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Konzerthaus

Wenn in Beethovens Neunter ein Hagen die Freude befiehlt

(c) Wiener Konzerthaus
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Historisch informierte Aufführungspraxis ist kein garantierter Königsweg zu Beethovens Werk der Extreme. Das zeigte ein Abend mit den Wiener Symphonikern und der Singakademie unter Gianandrea Noseda, an dem manches zu oberflächlich geriet.

„O Freunde, nicht diese Töne!“ Stimmt. Wenn der Bass-Solist, im aktuellen Fall Einspringer Ain Anger, Beethovens emphatischen Aufruf zu „angenehmeren“, „freudenvolleren“ Klängen so bärbeißig anstimmt, dass man jeden Moment die „Hoiho“-Rufe eines in Ehren ergrauten Hagen erwartet, dann wird deutlich, dass diese Frohbotschaft wenigstens einen Hauch von visionärer Ekstase in der Stimme verlangt – und nicht den durch Mark und Bein gehenden Kommandoton der Mannenszene aus der „Götterdämmerung“. Wenigstens war das der erste elektrisierende Moment des Abends, wenn auch gleichsam in der falschen Spannung . . .