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Taaagwachee!

Die größte Überraschung kam zum Schluss: Der Zivildienst wandert ins Agrarressort. Damit hat die ÖVP die Grünen endgültig über den Tisch gezogen.

Wobei es den Bobo-Kindern aus der Stadt sicher auch nicht schaden wird, wenn sie nun raus aufs Land müssen und einmal eine Kuh persönlich kennenlernen. Tagwache ist dann um fünf Uhr, damit sie um sechs Uhr im Stall stehen und die Kühe auch melken können. Viele Zivildiener werden sich allerdings denken: Da hätte ich gleich zum Bundesheer gehen können! Zumal sie bei der Borkenkäferbekämpfung dann auch noch mit dem schweren Geschütz auffahren müssen.

Der niederösterreichische Bauernbund kam dafür zum Bundesheer. Man kann davon ausgehen, dass den Soldaten dort jetzt die Wadln viregerichtet werden. Die Unteroffiziere lernen schon einmal eifrig den Namen der neuen Ministerin, damit sie ihn dann auch parat haben, wenn sie im Bereitschaftsdienst einmal anrufen sollte. Und da die Soldaten ja auch viel im Wald unterwegs sind, ist es assoziativ auch nicht so schwer, sich ihn zu merken. Wobei: Manche werden dann sicher auch „Fichtner“ sagen.

Viele Offiziere, vor allem jene, die aus den blauen Jahren noch übrig sind, überlegen nun jedoch, lieber zum Zivildienst auszuweichen. Wenn dort nicht auch schon die ÖVP sitzen würde. (oli)

Reaktionen an: oliver.pink@diepresse.com

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2020)