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Analyse

Der ÖGB und die neue linke Regierungspartei

Wolfgang Katzian, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB).
Wolfgang Katzian, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB).APA/HERBERT NEUBAUER

Wie hält es die Gewerkschaft mit Türkis-Grün, insbesondere mit den Grünen? Manche könnten sich vorstellen, dass das Verhältnis enger werden könnte.

Die Geschichte ist einfach und kompliziert zugleich. Die einfache Variante: Die Gewerkschaft ist eine Interessenvertretung. Und als solche interessiert an Gesprächspartnern in der Regierung, die die Durchsetzung der eigenen Interessen erleichtern. Und das geht natürlich leichter bei einer Regierungspartei, die ähnlich links tickt wie man selbst. In der Vergangenheit war die SPÖ diese Regierungspartei. Nach der türkis-blauen Durststrecke ist jetzt wieder eine linke Partei in der Regierung. Nun allerdings in Gestalt der Grünen. Aber man nimmt (von links), was man hat, könnte man sagen.

Die kompliziertere Version ist: Sozialdemokratie und Gewerkschaften galten seit jeher als „siamesische Zwillinge“. Sie kämpften Seite an Seite. Und die Gewerkschaftsfunktionäre waren großteils in der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) organisiert.