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Oscar für Donald

Die Twitteriade aus dem Weißen Haus anlässlich der Oscar-Verleihung in der Nacht zum 10. Februar, ist vorgezeichnet.

„Oscar für Obama. TOTAL UNFAIR. Typisch Hollywood. Ein KOMPLOTT der liberalen Meute und der Nichtsnutz-Demokraten gegen mich.“ Die Twitteriade aus dem Weißen Haus, Donald Trumps Empörungs-Stakkato anlässlich der Oscar-Verleihung in der Nacht zum 10. Februar, ist vorgezeichnet.

Nicht genug damit, dass Übeltäter stets den Trump-Stern auf dem Walk of Fame verunzieren. Die mögliche Auszeichnung für Barack Obama und seine Produktionsfirma Higher Ground für die Doku „American Factory“ über die Übernahme einer Autozulieferfirma durch ein chinesisches Unternehmen in Ohio wird den Präsidenten zur Weißglut bringen – und seinen orangen Teint giftgrün färben. Just in Ohio redete sich Trump jüngst in Rage, dass der Friedensnobelpreis an Abiy Ahmed, den Präsidenten Äthiopiens, und nicht an ihn gegangen war. Dass auch Obama mit dem Friedenslorbeer bekränzt ist, ist ohnehin ein Stachel im Fleisch des selbst ernannten Friedensfürsten. Undank ist der Welten Lohn!

Um den Zorn des Präsidenten zu besänftigen, muss ihm Melania zum Valentinstag wohl eine Plastikstatuette des Golden Boy um wohlfeile 9,99 Dollar schenken. Die kann der Narziss auf dem Kaminsims vor dem Spiegel betrachten, bis ein Trump-Film mit Trump-Lookalike Alec Baldwin in die Kinos kommt. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2020)