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Geschichte

Große Folgen einer Kleinen Eiszeit

Bruegels „Die Jäger im Schnee“ (1565) zeugen von der Kleinen Eiszeit, die bereits 200 Jahre zuvor begonnen hatte.
Bruegels „Die Jäger im Schnee“ (1565) zeugen von der Kleinen Eiszeit, die bereits 200 Jahre zuvor begonnen hatte.(c) Gemeinfrei/KHM Wien
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Im Spätmittelalter brachte ein Klimawandel Missernten, Hungersnöte, Dürren und Pest. Welche Auswirkungen das hatte und welche Rolle den Eliten zukam, untersuchen Wiener Forscher.

Jahr für Jahr mühen sich die Bauern ab, ihren Feldern einen Ertrag abzuringen, doch ein aufs andere Mal lassen kalte, verregnete Sommer die Saat auf den Feldern verfaulen. Die bitterkalten Winter in Nordeuropa fordern von der unterernährten Bevölkerung zusätzliche Opfer, Seuchen wie die Pest breiten sich aus. Auch südlichere Regionen bleiben nicht verschont, im Mittelmeerraum vertrocknen die Äcker, verheerende Dürren vernichten die Ernte.

Wir befinden uns im frühen 14. Jahrhundert – dem Übergang zu einer kalten Klimaperiode, die als Kleine Eiszeit bezeichnet wird, erklärt der Historiker Johannes Preiser-Kapeller von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. „Der Begriff der Kleinen Eiszeit ist in den 1950er-Jahren erstmals verwendet worden.“ Damals habe man sich vor allem auf die Zeit zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert konzentriert, in der auch Bruegel seine „Jäger im Schnee“ gemalt hat, dem wohl berühmtesten Zeugnis des damaligen Klimas. „Nach aktuellem Forschungsstand hat sich der Übergang von der vorhergehenden, relativ warmen Phase – der sogenannten mittelalterlichen Klimaanomalie – in die Kleine Eiszeit jedoch viel früher ereignet, nämlich ab Mitte des 13. Jahrhunderts.“