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Deutsche Studie: Soziale Herkunft bestimmt Chancen

Deutsche Studie Soziale Herkunft
(c) BilderBox (BilderBox.com / Erwin Wodicka)
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Akademikerkinder haben in Deutschland mehr als viermal so hohe Chancen, ein Gymnasium zu besuchen, wie Arbeiterkinder. Der Süden hängt den Norden deutlich ab. In Österreich ist eine ähnliche Studie geplant.

Die soziale Herkunft eines Kindes bestimmt in Deutschland erheblich seine Chancen. Das belegt ein bundesweiter Leistungsvergleich, der am Mittwoch vorgestellt wurde. Bei gleicher Intelligenz und gleichem Lernvermögen hat ein Kinder aus der Oberschicht gegenüber einem Schüler aus einer Arbeiterfamilie eine 4,5-mal höhere Chance, ein Gymnasium zu besuchen.

Besonders stark ist das Gefälle in Baden-Württemberg und in Bayern. Dort sind die Chancen von Akademikerkindern mehr als sechsmal so hoch, wie die von gleich klugen Facharbeiterkindern. Gleichzeitig sind diese beiden Bundesländer die mit den besten Leistungen.

Beim Leseverständnis im Fach Deutsch - der wichtigsten Schlüsselkompetenz für das Lernen - hatten bayerische Schüler gegenüber Gleichaltrigen aus Bremen im Schnitt einen Wissensfortschritt von über einem Schuljahr. Beim mündlichen Textverständnis sogar von eineinhalb.

Migrantenkinder mit zwei Jahren Rückstand

Schüler mit Migrationshintergrund blieben gut zwei Schuljahre hinter denen aus deutschen Familien zurück. Besonders Kinder türkischer Familien seien betroffen. Auch zwischen West und Ost gibt es ein deutliches Gefälle. Es fehle in den neuen Ländern nach wie vor an qualifizierten Lehrern in modernen Fremdsprachen.

Im Fach Französisch bekommen alle Länder bessere Noten als in Deutsch und Englisch. Das ist offenbar darauf zurückzuführen, dass Schüler, die Französisch als erste Fremdsprache wählen, oft aus einer sozial privilegierten Gruppe kommen. Mädchen hängen Burschen der Studie zufolge übrigens in allen geprüften Teilkompetenzen ab. Am größten ist der Leistungsvorsprung der Mädchen im Bereich der Rechtschreibung.

Österreich plant ähnlichen Vergleich

Ein ähnlicher Schüler-Leistungsvergleich ist auch in Österreich geplant. Im Schuljahr 2011/12 werden im Rahmen der sogenannten Bildungsstandards die Kompetenzen der Schüler erhoben, und zwar jene der Schüler der 8. Schulstufe in Deutsch, Englisch und Mathematik. Ein Jahr später folgen dann die Schüler der 4. Schulstufe in Deutsch und Mathematik.

Die Ergebnisse werden in Bundesländer, Schultypen sowie Buben und Mädchen aufgegliedert werden. Der Test soll nicht wie in Deutschland anhand einer Stichprobe, sondern flächendeckend durchgeführt werden, erklärte der Direktor des Bundesinstituts für Bildungsforschung, Günter Haider.

(Ag./Red.)