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Die Angst des Wieners vor dem Großprojekt

In St. Marx soll die führende Eventhalle Europas entstehen.
Jenis
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Wien baut eine 250-Millionen-Euro-Eventhalle. Dabei wurde demonstrativ betont, dass diesmal der Kostenrahmen eingehalten wird.

Wien wagt sich wieder an ein Großprojekt. In St. Marx wird eine Multifunktionshalle für bis zu 20.000 Besucher entstehen – sie soll die in die Jahre gekommene Wiener Stadthalle ablösen. Mit dieser Mega-Halle will Wien im europäischen Spitzenfeld bei Veranstaltungen mitspielen. Sei es mit Konzerten von internationalen Top-Stars wie U2 oder Robbie Williams, oder hochrangigen Sportveranstaltungen wie Welt- und Europameisterschaften.

Dass die Stadthalle technisch und kapazitätsmäßig veraltet ist, ist bekannt. Dass Wien daher eine neue, moderne Veranstaltungsarena benötigt, auch. Dass Wien bei Großprojekten regelmäßig keine besonders gute Figur gemacht hatte, ist aber ebenso bekannt - und erklärt die Angst des Wieners vor dem Großprojekt. Besser gesagt: Des Steuerzahlers. Denn umgesetzt wird alles von der Stadt Wien, konkret der Wien Holding mit Steuergeld.

Zur Beruhigung wurde nun von Finanzstadtrat Peter Hanke erklärt: Der Kostenrahmen von 250 Millionen Euro werde eingehalten. Das hört man gerne. Allerdings war dasselbe ursprünglich auch beim Krankenhaus Nord betont worden. Oder beim Bau des AKH. Oder bei der Sanierung der Zentralfeuerwache der Stadt, bei der sich die Kosten auf 50 Millionen Euro verdreifacht hatten. Und diese Liste ließe sich noch beliebig fortführen.
Wien hat zu seinen Großprojekten eine eigene, jahrzehntelange Beziehung. Und gerade das macht Angst!