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Naturkunde

Die Digitalisierung der Naturgeschichte

Von Mikrofossilien über archäologische Fundstücke bis hin zu großen Tierpräparaten – die vielfältigen Sammlungen des NHM zu digitalisieren ist eine Mammutaufgabe.
Von Mikrofossilien über archäologische Fundstücke bis hin zu großen Tierpräparaten – die vielfältigen Sammlungen des NHM zu digitalisieren ist eine Mammutaufgabe.Kurt Kracher
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Die riesigen Bestände des Wiener Naturhistorischen Museums gehen online – zumindest teilweise. Einige Sammlungen sind bereits vollständig verfügbar, doch die Vielfalt und Anzahl der Objekte sind eine große Herausforderung.

Die Distanzen, die man auf ihrem Arbeitsplatz täglich zurücklegt, sorgen für eine gute Kondition, scherzt Silke Schweiger, während sie durch die hohen Räume des Naturhistorischen Museums (NHM) in Wien marschiert, abseits der öffentlich zugänglichen Schausäle.

Sie leitet die herpetologische Sammlung, in der sich die Reptilien und Amphibien befinden – diese ist allerdings auf vier Räume im gesamten ersten Stock des Museums verteilt. Einer davon befindet sich hinter der achten schweren Holztüre, die Schweiger aufschließt, ein hell beleuchteter Saal mit stuckverziertem Gewölbe.

Der eingezogene Zwischenstock mit seinen Stahlstreben und die massiven, grau lackierten Metallschränke, die sich auf den zwei Ebenen aneinanderreihen, bilden einen scharfen Kontrast zu der historistischen Architektur. Das habe aber einen guten Grund, betont Schweiger: „Über 200.000 Tiere werden hier für die Wissenschaft konserviert, das ist eine der größten Sammlungen Europas. Dafür brauchen wir insgesamt 40 Tonnen Alkohol – ohne die brandsicheren Schränke wäre das viel zu gefährlich.“

Alte Präparate werden digital

Der Inhalt der Schränke lehrt Zartbesaitete das Gruseln: In Glaszylindern verschiedenster Größe schwimmen eingelegte Schlangen, Echsen oder Lurche, größere Exemplare haben ein eigenes Gefäß, aus kleineren starren dem Betrachter gleich Dutzende trübe Augenpaare entgegen. An der Konservierungsmethode habe sich seit Jahrhunderten kaum etwas geändert, so die Biologin, das älteste Stück ihrer Abteilung stamme aus dem Jahr 1803.