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Anglistik

Das Leben der Künstlerin als Schnulzenroman

Populäre Romane über Künstlerinnen wie Clara Schumann, Frida Kahlo (Bild) und Virginia Woolf prägen unsere Vorstellungen von diesen.
Populäre Romane über Künstlerinnen wie Clara Schumann, Frida Kahlo (Bild) und Virginia Woolf prägen unsere Vorstellungen von diesen.(c) Franz Hanfstaen/Guillermo Kahlo/George Charles Beresford/gemeinfrei
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Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Julia Lajta-Novak beleuchtet die Rolle, die biografische Romane über Künstlerinnen für ihre gesellschaftliche Wahrnehmung spielen und welchen Aufschluss sie über heutige Werte geben.

Nicht ihre Kunst, nein, ihre Vergewaltigung hat die italienische Barockmalerin Artemisia Gentileschi mehr als 350 Jahre nach ihrem Tod zurück ins kulturelle Gedächtnis einer breiten Öffentlichkeit gebracht. Oder besser gesagt, der darauf folgende Gerichtsprozess gegen ihren Malerkollegen und Lehrer Agostino Tassi – ein juristischer Akt, den übrigens nicht sie selbst, sondern ihr Vater gewollt hatte. Erst im Zuge der #MeToo-Debatte erinnerte man sich auch im Mainstream an die zu Lebzeiten sehr populäre, aber bis in die 1980er-Jahre von der Kunstgeschichte ignorierte Malerin.

Fiktion zwischen Fakten

Es ist nicht verwunderlich, dass sich gleich mehrere Autorinnen Gentileschis Geschichte angenommen haben. „In den vergangenen Jahren gewannen Romanbiografien über Frauen stark an Popularität“, sagt die anglistische Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Julia Lajta-Novak von der Universität Wien, die sich in ihrem vom Wissenschaftsfonds FWF geförderten Habilitationsprojekt mit zeitgenössischen Romanen über Künstlerinnen beschäftigt. „Ich möchte zeigen, wie die Bücher in Beziehung zur Rezeption der historischen Figuren stehen.“