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Postenvergabe: Doskozil gesteht „Denkfehler“ ein

Verlobte als Referentin? Doskozil entschuldigt sich.

Wien. Hans Peter Doskozil wurde am Montag (wieder) zum burgenländischen Landeshauptmann gewählt. Gemeinsam mit seinem Regierungsteam wurde er in der konstituierenden Sitzung des Landtags mit 35 von 36 Stimmen gewählt.

Doskozil bedankte sich bei der Opposition für die große Zustimmung mit lediglich einer ungültigen Stimme: „Ich sehe das als Zeichen, dass nicht nur unsererseits die Hand zur Zusammenarbeit ausgestreckt ist“. Zur Erinnerung: Die SPÖ braucht im Burgenland keinen Koalitionspartner mehr. Bei der Landtagswahl am 26. Jänner erhielt die Partei 49,94 Prozent der Stimmen. Man werde mit dieser absoluten Mehrheit sehr bedacht und sensibel umgehen, sagte Doskozil am Montag.

Und er nutzte auch die Gelegenheit bei seiner Ansprache, um sich zu entschuldigen: Dass er seine Verlobte, Julia Jurtschak, zur Referentin in seinem Büro bestellen wollte, war „mit Sicherheit ein politischer Fehler“. „Ich bin hier einem Denkfehler aufgesessen“, sagte er. Es sei gesetzlich durchaus möglich, in kein Ausschreibungsverfahren zu gehen und ein politisches Büro mit Vertrauten zu besetzen. Er habe nicht bedacht, „dass es hier mehr bedarf, als nur die Gesetze einzuhalten, dass es hier darüber hinaus Maßstäbe gibt“, meinte Doskozil. „Dieser Fehler ist ausschließlich mir passiert. Ich gestehe ihn ganz klipp und klar ein.“ Doskozil bedankte sich bei den Medien dafür, dass sie ihre Funktion als Korrektiv ausgeübt hätten.

 

Sozialmärkte aufbauen

Die Eventmanagerin Jurtschak hätte in jedem Bezirk einen Sozialmarkt aufbauen und Events wie die „Burgenländer des Jahres“ betreuen sollen. Nach medialer Aufregung gab sie bekannt, den Job als Referentin doch nicht anzutreten. Die heftigen Reaktionen hätten gezeigt, „dass ich mich wohl nie ganz auf meine Aufgabe hätte konzentrieren können“. (APA/red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2020)