Budgetverhandlungen: Regierung sieht sich im "Endspurt"

PG 'ZWISCHENBILANZ BUDGETVERHANDLUNGEN': BLUeMEL / KURZ / KOGLER
PG 'ZWISCHENBILANZ BUDGETVERHANDLUNGEN': BLUeMEL / KURZ / KOGLERAPA/HELMUT FOHRINGER
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Vor der Budgetrede am 18. März lud die Regierung zur Präsentation der Zwischenergebnisse der Budgetverhandlungen. Vizekanzler Kogler sieht das Budget für 2020 noch als „Übergang“.

Bis 18. März will die türkis-grüne Regierung ihr erstes Budget vorlegen. Die Gespräche dazu sieht Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im "Endspurt". Details nannte er am Montag vor Journalisten aber nicht. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) sieht den Haushalt für 2020 noch teils als "Übergangsbudget". Erleichtert wird der geplante Überschuss durch eine milliardenschwere Rückzahlung aus dem Bankenpaket.

Das Budget des Bundes sieht Ausgaben und Einnahmen von jeweils rund 80 Milliarden Euro vor. Der Großteil der Mittel ist aber fix verplant - etwa für die Gehälter der (inklusive Landeslehrer und pensionierte Beamte) fast 370.000 vom Bund bezahlten Bediensteten sowie für Sozialleistungen wie Pensionszuschüsse und Familienbeihilfen.

Steuerreform „ohne neue Schulden umsetzen“

Außertourlich mehr Geld soll es Kurz, Kogler und Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) zufolge dieses Jahr für die Bereiche Sicherheit, Justiz, Bildung und Ökologisierung geben. Bereits in Vorbereitung befinde sich auch das Budget für 2021, wo es darum gehen werde, "dass wir die Steuerreform umsetzen, ohne neue Schulden zu machen", wie Kurz meinte.

"Teilweise ist es ein Übergangsbudget, teilweise gibt es schon Schwerpunktsetzungen für 2021, '22 und '23", kündigte Kogler an. Als Beispiele nannte er etwa mehr Mittel für Photovoltaik und die Forcierung der "rollenden Landstraße". Details wollte er aber ebenso wenig nennen wie Blümel, der auf die Budgetrede am 18. März verwies und darauf, dass "Detailverhandlungen" mit den Ministerien noch laufen.

Zweite Budgetrede im Herbst

Wie viel Geld es für die Justiz wirklich geben wird, bleibt nach Koglers Worten abzuwarten. "Bei der Justiz wird es nicht auf 100, 200 oder 300 Millionen ankommen können, sondern darauf, ob mehr Staatsanwälte zur Verfügung stehen und ob man den Einstieg in eine Reform schafft. Stichwort Digitalisierung, weil das kostet auch was am Anfang", meinte der Grünen-Chef, auf hohe Forderungen der Justiz-Vertreter angesprochen.

Voriges Jahr hat der Bund erstmals seit 1954 mehr eingenommen als ausgegeben. Auch heuer plant die Regierung einen Überschuss. Erleichtert wird das durch Rückflüsse aus dem Bankenhilfspaket. Konkret erhält der Bund heuer 1,3 Milliarden Euro von der Hypo-Alpe-Adria-Abbaubank, Heta. Deren Ausschüttung ist zwar schon im Vorjahr erfolgt. Ins Budget fließt das Geld aber erst 2020 - nach Vorliegen aller gesellschaftsrechtlichen Voraussetzungen bei der Abbaumanagementgesellschaft des Bundes, wie es im Finanzministerium heißt. Im Budget unterbringen muss die Regierung dafür die im "freien Spiel der Kräfte" vor der Wahl beschlossenen Maßnahmen.

Seine zweite Budgetrede, nämlich jene für das Jahr 2021, wird Blümel im Herbst halten. Der Termin soll dem Vernehmen nach Ende September oder Anfang Oktober stattfinden und damit etwas früher als üblich. Dies auch deshalb, um dem Nationalrat genug Zeit zu geben, ein allfälliges Bundesrats-Veto zu überstimmen. Beim Budget selbst hat die Länderkammer des Parlaments nämlich zwar kein Mitspracherecht. Gegen die Budgetbegleitgesetze könnte die rot-blaue Bundesratsmehrheit aber Einspruch erheben.

(APA)

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