Der Logik des Marktes geschuldet: das T-Roc Cabrio von Volkswagen. VW rechnet mit neun Prozent Anteil an den Verkäufen der Baureihe.
Rettung des Cabrios?

SUV-Cabrio: Hoch auf dem offenen Wagen

Rettet ausgerechnet ein SUV die Gattung der Cabrios? Ein englischer Vorgänger ist damit bereits gescheitert. Aber VWs T-Roc Cabrio macht einiges anders.

Es sind vielleicht nicht die Tage, um über diese unverhüllte Kulturform nachzudenken, dennoch: Cabriolets führen auf dem Automarkt eine zunehmend kümmerliche Randexistenz. Liebhaber beklagen das. Die Mehrheit hat dagegen immer schon rein praktisch gedacht: Wenn man denn ein Auto hat, warum sollte man ausgerechnet aufs Dach verzichten? Das gilt auf weltweit allen Märkten mit Ausnahme einiger europäischer Länder und Nordamerika (vorwiegend Kalifornien und Florida); speziell in China kann man sich nichts Abwegigeres vorstellen, als im Auto und gleichzeitig im Freien zu sitzen.

Sehen wir einmal davon ab, dass das Auto offen auf die Welt gekommen ist und so durch seine Pioniertage rollte: Das Luftbad unterwegs, ob im opulenten Drophead oder im engen Roadster, gilt als Programm von Feinspitzen und Genießern, vielleicht auch Angebern, jedenfalls einer Minderheit. Man muss sich die Attraktion, kein Dach über dem Kopf zu haben, auch einmal leisten können: Cabrios sind grundsätzlich teurer als normale Autos, weil die Installierung des Verdecks, ob manuell oder elektrisch betätigt, extra zu bezahlen ist, und weil Cabrios meist in lustvoller Ausführung feilgeboten werden: besser ausgestattet, stärker motorisiert – und das bei weniger Platz an Bord, weil das Verdeck ja auch noch untergebracht werden will. Dem Siegeszug des trutzigen SUV hat das Cabrio mit seinen luftig exponierten Sitzplätzen nichts entgegenzusetzen.