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Energiewissenschaft

Windräder wachsen heute in jedem Wimmelbuch

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Die soziale Akzeptanz von Technologien für erneuerbare Energie ist hierzulande hoch. Besonders beliebt ist Fotovoltaik. Windkraft ist vor allem für die Jungen bereits integraler Teil unserer Landschaften.

„Gombrowskis Windkraft versaut uns die Landschaft“, steht auf einem Transparent. Und: „Der fette alte Hund frisst sich an uns gesund“ auf einem anderen. Ja, manchmal kann das ländliche Idyll die Hölle sein. In Juli Zehs großem Gesellschaftsroman „Unterleuten“, dem diese streitbaren Sprüche entnommen sind, ist die Idylle eine Ortschaft in Brandenburg. In dem Buch dreht sich alles um einen geplanten Windpark und die Widerstände, die das Vorhaben mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund seziert Zeh auf über 600 Seiten fein säuberlich eine fiktive Dorfgemeinschaft samt Umweltschützern, Spekulanten, Zugezogenen, Ortskaisern und ideologischen Sturköpfen. Die literarische Überzeichnung ist gelungen. Proteste gegen Windkraftanlagen zeigen jedoch auch in der österreichischen Realität: Die sichtbaren Eingriffe in die Landschaft bergen tatsächlich eine nicht zu unterschätzende emotionale Sprengkraft.