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Der Rechenfehler bei der Mathematikmatura

Durchschnittlich wird zwei bis drei Jahre an einem Beispiel für die Mathematik-Zentralmatura gebastelt. Wozu eigentlich?

Es ist schon wirklich erstaunlich. Zwei bis drei Jahre wird an einem Beispiel für die Mathematik-Zentralmatura im Schnitt gebastelt. Zuerst werden die Aufgaben von eigens geschulten Lehrern erstellt. Dann von Didaktikern und Testtheoretikern geprüft. Bevor sie schlussendlich noch den Schülern zum sogenannten Feldtest vorgelegt werden. Der ganze Aufwand soll sicherstellen, dass der Schwierigkeitsgrad der Mathematikmatura angemessen und von Jahr zu Jahr vergleichbar ist.

Doch just bei der Einschätzung des Schwierigkeitsgrades haben sich die Verantwortlichen im Bildungsministerium schon mehrmals verrechnet. Man könnte von einem Wiederholungsfehler sprechen. Denn seit der Einführung der Zentralmatura hat es in den Gymnasien von Jahr zu Jahr abwechselnd eine schwierige und eine leichte Prüfung gegeben. 

Über einen akzeptbalen Notenspiegel bei der Matura lässt sich gewiss vortrefflich streiten. (Man könnte sogar argumentieren, dass es gar nicht um die Verteilung von Einsern, Zweiern, Dreiern, Vierern und Fünfern geht. Sondern um das erworbene Wissen.) Über einen inakzeptablen Notenspiegel dürfte aber Einigkeit herrschen - dazu zählt ein von Jahr zu Jahr extrem schwankendes Ergebnis. Denn das wird wohl weniger an der Rechenschwäche der Jahrgänge 2016, 2018 und 2020 liegen als an den Fehlern der Verantwortlichen.