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Lask spaltet Österreichs Fußball

Als Verurteilter bis zur letzten Instanz zu protestieren, ist vollkommen richtig. Wegen schwerer Verfehlungen zurückzutreten ebenso.

Lask erhielt vom Protestkomitee der Bundesliga zwei Punkte zurück – und löst damit die nächste Welle des Protests im österreichischen Fußball aus. Warum?

Ist das gerecht? Immerhin hatten die Linzer mit verbotenen Mannschaftstrainings das Fair-Play während der Corona-Pause mit Füßen getreten. Sechs Punkte Abzug erschien vielen als sehr harte, aber angemessene Strafe. Folglich mag kaum ein Ligakonkurrent verstehen, warum die Linzer auch deren Abmilderung noch anfechten und bis zur letzten Instanz ziehen.

Das Neutrale Schiedsgericht wird erst im August entscheiden, also Wochen nach Saisonende. Bis dahin wisse keiner, unken Kritiker, wer womöglich Meister sei. Wer in der Champions League-Qualifikation spiele, wer in der Europa League lande.

In einem Rechtsstaat steht es Verurteilten zu, alle erdenklichen Instanzen auszuschöpfen. Wer würde das nicht tun? Es allein für Lask, vermutlich aus Eigeninteresse, infrage zu stellen, ist obskur. Nein: unsportlich.

Auch ist das Vergehen den Lask-Spielern schwer anzukreiden, Klubchef und Trainer jedoch sehr wohl. Sie sollten die Konsequenzen tragen – und abtreten. Damit die schale Argumentation, nichts davon gewusst oder es nicht als schlimm genug empfunden zu haben, ein Ende hätte. Sie haben letztendlich für den Klub dann alles getan. Es wäre konsequent, den letzten Schritt zu setzen. Als neuen Impuls – weil alle Instanzen ausgeschöpft sind.

markku.datler@diepresse.com