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Genforschung

Jetzt erst ist das X-Chromosom ganz gelesen!

Wie viele Chromosomen sieht es X-förmig aus: das X-Chromosom des Menschen unter dem Elektronenmikroskop. Daneben liegt das deutlich kleinere Y-Chromosom, das Männer anstelle eines zweiten X-Chromosoms in ihrem Genom haben – also in allen ihren Zellkernen.
Wie viele Chromosomen sieht es X-förmig aus: das X-Chromosom des Menschen unter dem Elektronenmikroskop. Daneben liegt das deutlich kleinere Y-Chromosom, das Männer anstelle eines zweiten X-Chromosoms in ihrem Genom haben – also in allen ihren Zellkernen.University of Arizona
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Schon vor 20 Jahren verkündeten Forscher, das Genom des Menschen sei „entschlüsselt", also vollständig sequenziert. Das war nicht wahr. Jetzt endlich dürfte wirklich erstmals ein Chromosom ohne Lücken vorliegen.

Über 20 Jahre ist es nun her, dass die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" vier Seiten ihres Feuilletons mit einem Text aus nur vier Buchstaben (A, C, G und T) füllte. Das heißt, Titel und Vorspann bestanden aus mehr Buchstaben: „Homo sapiens Chromosom X" lautete jener, und in diesem stand unter anderem der boulevardeske Satz: „Der genetische Stammbaum des Menschen liest sich wie ein Roman." Sozusagen die säkulare Variante von dem, was US-Präsident Bill Clinton zum selben Anlass sagte: „Heute lernen wir die Sprache, in der Gott das Leben geschaffen hat."