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Kranhersteller

Palfinger beendet die Kurzarbeit

Der Salzburger Maschinenbauer konnte schwächelnde Mitbewerber abhängen.

Schon im Februar hatte der Salzburger Maschinenbauer Palfinger eine „Covid-19-Taskforce“ ins Leben gerufen. Arbeitsplätze wurden der Situation angepasst und immer noch arbeiten die Ingenieure teilweise von zu Hause. Der Kranhersteller ist in über 130 Ländern auf allen Kontinenten aktiv. In Europa sei die Coronakrise sehr gut gehandhabt worden, betont Andreas Klauser, Chef des weltweit agierenden Konzerns. In den USA spiele die Gesundheit eine untergeordnete Rolle. Dort stehe eher der wirtschaftliche Aspekt im Fokus.

Bei den Halbjahreszahlen gibt es zwar keine Zuwächse, dennoch sei Klauser „stolz“ auf die Ergebnisse angesichts der Herausforderungen, die das Coronavirus mit sich gebracht habe. Der Konzerngewinn brach um 65 Prozent auf 15 Mio. Euro ein, der Umsatz verringerte sich um 18 Prozent auf knapp 730 Mio. Euro. Vor allem in den Monaten April und Mai haben Störungen der Lieferketten, nationale Lockdowns und Werkschließungen dem Salzburger Konzern das Leben nicht gerade leicht gemacht.

Kurzarbeit half durch Krise

Durch die Coronakrise halfen Regierungsmaßnahmen. Die Möglichkeit, Steuerzahlungen zu stunden, habe man in Anspruch genommen. Das habe sich positiv auf die Liquidität ausgewirkt. Der Rückgang beim Cashflow war daher moderat.

„Die Kurzarbeit hat uns geholfen“, resümiert der Firmenchef. Es sei eine finanzielle Unterstützung gewesen und habe ein flexibles Arbeiten ermöglicht. Nach drei Monaten Kurzarbeit verabschiedet sich Palfinger nun von dem Modell und geht in den normalen Modus über. Optionen halte man sich dennoch alle offen – auch eine Rückkehr in die Kurzarbeit, wenn die konjunkturelle Erholung sich nur „als kurzes Aufflackern“ entpuppe, räumt Klauser ein. „Wir müssen uns derzeit alles offenhalten“, antwortet Andreas Klauser auch auf die Frage, ob ein Mitarbeiterabbau denkbar sei.

Umsatzziel von 1,5 Milliarden

Auch Investments sind erst einmal auf Eis gelegt, aber liquide Mittel seien für etwaige Übernahmen vorhanden. Denn inmitten der Coronakrise habe man in Italien Marktanteile hinzugewinnen können, weil Mitbewerber schwächelten. „Die Strategie wird nachgeschärft, aber nicht geändert“, sagte Finanzchef Felix Strohbichler.

Für die kommenden Quartale sei man aber wieder zuversichtlich. Palfinger habe zudem einen Auftragsstand von drei bis vier Monaten, das gebe „Visibilität“, so Strohbichler. Das Auftragsbuch liege weitgehend auf dem Niveau von Ende 2019.

Auch am Umsatzziel von 1,5 Milliarden Euro für 2020 halte Palfinger fest. „Unter der Voraussetzung, dass es zu keinen weiteren externen Schockmomenten kommt“, ergänzt Andreas Klauser vorsichtig.
Allzu optimistisch ist er dann doch nicht. „Der Wirtschaftsimpact wird uns sicherlich noch bevorstehen.“ Gewisse Märkte wie Deutschland würden sich wieder stabilisieren. Dies gehe auch mit einer steigenden Nachfrage einher. Man müsse aber sehen, wie sich die Folgen der Coronakrise nachhaltig entwickeln.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.07.2020)