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Kurz: „Wir stehen vor einem schwierigen Herbst“

CORONAVIRUS: PRESSESTATEMENT 'AKTUELLE LAGE': KURZ
APA/HERBERT P. OCZERET
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Kanzler Sebastian Kurz gibt Durchhalteparolen aus. Allerdings dürfte die Pandemie schneller vorbei sein als von Experten ursprünglich angenommen. 2021 werde Österreich zur Normalität zurückkehren können.

Im Bundeskanzleramt geht man davon aus, dass die Corona-Pandemie nicht so lange dauern wird, wie viele Experten ursprünglich angenommen haben. „Es ist damit zu rechnen, dass es nächstes Jahr eine starke Entlastung durch mögliche Impfstoffe und Medikamente geben wird, sodass wir im Laufe des Jahres voraussichtlich wieder unser normales Leben führen werden können“, sagt Kanzler Sebastian Kurz. Die schlechte Nachricht sei, dass die nächsten Monate noch „herausfordernd“ werden. „Wir stehen vor einem schwierigen Herbst und Winter“, so Kurz. In seiner Erklärung am Freitag wird er daher Durchhalteparolen ausgeben.

Die Regierung geht davon aus, dass die Neuinfektionen weiter steigen, wenn sich das Leben in einigen Wochen wieder in die Innenräume verlagert. Erschwerend kommt dann die Grippewelle hinzu. Daher geht man von einer „temporären Verschärfung der Vorsichtsmaßnahmen“ aus.

Im Laufe des Jahres 2021 dürfte die Verbreitung des Virus dann aber nachhaltig eingedämmt werden, prognostiziert das Kanzleramt. „Nach derzeitigem Wissensstand“ werde Österreich „bis zum Sommer 2021 zur Normalität zurückkehren können“. Grund: „Vielversprechende Entwicklungen im Bereich der Schutzimpfung, der Behandlung und der verlässlichen Schnelltestung von COVID-19.“ Diese Einschätzung baue auf Gesprächen mit Gesundheitsexperten, Forschern und Pharmaunternehmen auf.

International gesehen sei die Situation unverändert ernst: Während manche Staaten noch mit der ersten Welle beschäftigt sind (Brasilien etwa), erleben andere schon die zweite (Israel beispielsweise). Einige wenige Staaten wie Neuseeland haben die Neuansteckungen weitgehend im Griff. Weltweit steigt die Zahl der Infektionen weiterhin täglich: Mehr als 25 Millionen Fälle sind bisher bestätigt – und über 800.000 Todesfälle.

Das Virus mutiert vielfach

Nicht nur, aber auch in Österreich stecken sich derzeit vornehmlich jüngere Menschen an. Was man im Kanzleramt „auf die bestehenden Schutzmaßnahmen und die erhöhte Vorsicht älterer und gefährdeter Personengruppen“ zurückführt. Wissenschaftlich belegt ist mittlerweile, dass das Virus vielfach mutiert ist und sich geheilte Patienten erneut anstecken können. Epidemiologisch könnten diese Mutationen dazu führen, dass das Virus zwar immer ansteckender, aber gleichzeitig milder im Verlauf wird. Dies sei Gegenstand laufender wissenschaftlicher Arbeiten, heißt es aus dem Kanzleramt.

International wird derzeit an knapp 165 Impfstoffen geforscht, entlang dreier technologischer Ansätze. Der erste: Das Virus wird inaktiviert und als Schutzimpfung verwendet. Zweitens: Das Immunsystem wird mit einem extrahierten Teil („Vektor“) des Virus „trainiert“. Drittens: Die so genannte mRNA-Methode, die zur Entwicklung eines Proteins führt, das hilft, das Virus zu besiegen.

Besonders vielversprechende mögliche Impfstoffe würden „unter anderem von Pfizer/BioNTech, AstraZeneca/Oxford University und CureVac sowie vielen anderen entwickelt“, berichtet das Kanzleramt. „Die Prognosen zur großflächigen Anwendbarkeit dieser möglichen Impfstoffe gehen auseinander, aber aufbauend auf den aktuellen Wissensstand gehen wir davon aus, dass diese noch in der ersten Jahreshälfte 2021 möglich sein sollte.“

(Red.)