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Instagram-Trend

Gleicher Körper, unterschiedliche Pose

Instagram/@namastehannah
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„Same body, different pose". Mit dieser Aussage und den dazu passenden Bildern will ein Instagram-Trend Body Positivity stärken. Doch Kritiker sehen das ganz anders.

Bauch rausgestreckt, Hüfte nach hinten gekippt, Beine überkreuzt. Mehr oder minder vorteilhaft inszenieren sich gerade viele Social-Media-User auf Instagram unter dem Hashtag #samebodydifferentpose. Sie wollen aufzeigen, dass gekonnte Posen auf Bildern zwar gut aussehen, mit der Realität aber wenig zu tun haben. Und dass man nicht alles glauben soll, was man sieht. So zumindest die Idee.

Doch auf Instagram mehrt sich die Kritik. Der Trend habe nicht wirklich etwas mit "Body Positivity" zu tun, heißt es da. Denn die Frauen, die dabei mitmachen, sind schlank. Und dieser Umstand bleibt auch bestehen, wenn sie ihren Bauch herausstrecken. Dicke Menschen wiederum würden ihren Körper durch eine Pose nicht so verändern können, der Trend setzt also ein bestimmtes Körperbild voraus, meint zum Beispiel die Instagram-Userin Danielle Catton, die sich dazu mit ihrem Vorher-Nachher-Bild äußert.

Ein Privileg der Dünnen

„Die Wahrheit ist, mein Körper wird diese Posen niemals nachstellen können, weil ich nicht schlank bin. Ich kann nicht einfach nur anders posieren, um einen Thigh Gap zu bekommen. Ich kann meine Unterwäsche nicht strategisch positionieren, um eine dünnere Taille zu bekommen. Ich werde fett wirken, so oder so. Und ich kann auch nicht die prüfenden Blicke und den Hass, meinem Körper gegenüber, wegposieren."

Auf "Thin Privilege", also das Privileg, schlank zu sein und nicht aufgrund seines Körpers diskriminiert zu werden, macht Userin @radicalsoftness__ aufmerksam. Sie fühle sich von den Posts mit "extra rausgedrückten Fettpölsterchen" genervt.

Sie schreibt: „Versteht mich nicht falsch. Ich feiere es, wenn ihr euren Körper zeigt, wie er ist! Ich feiere es, dass ihr euch traut ihn real zu zeigen, wenn ihr schon lange Probleme hattet. Das kann, unabhängig vom Gewicht, ein riesen Schritt für euch persönlich sein. Aber bitte drückt nicht extra Fettpolster raus. Die hat jede*r beim sitzen. Versucht nicht irgendeinen Makel zu finden und diesen dann zu zeigen nur um beim aktuellen „bodypositivity“ Trend mitzumachen."

Als Beispielbild werden immer wieder die Bilder von Hannah Müller-Hillebrand vom Instagram-Account @namastehannah gezeigt. Die Yogalehrerin fühlt sich missverstanden. „Ich sage nicht, dass eine Pose besser ist als die andere oder dass eine Seite schöner ist als die andere. Ich möchte die Nachricht verbreiten, dass es darum geht, sich selbst zu lieben und seinen inneren Wert zu kennen und das unabhängig von der Körperform, die man gerade hat."

Mit Postings, die den Unterschied zwischen Instagram und der Realität zeigen, ist Influencerin Rianne Meijer sehr erfolgreich. Ihren 1,2 Millionen Followern zeigt sie regelmäßig, dass sie nicht alles glauben sollen, was sie sehen.

Und auch, wenn nicht alles der Body-Positvity-Bewegung zugutekommt, können Trends wie diese dafür sorgen, dass die glamouröse Instagram-Welt ein Stück weit entzaubert wird.

(chrile)