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Motor

Geländewagen: Nachwuchs für eine aussterbende Art

Starrachsen, Leiterrahmen, große Bodenfreiheit, Untersetzung, Sperrdifferenzial: Das sind die Zutaten, aus denen Geländewagen gemacht sind. Die Art schien schon vom Aussterben bedroht, doch jetzt kommen bald neue Mitspieler.

Es ist ein Jammer mit dem Mercedes G. Das Auto hat vorn einen Böschungswinkel von 30,9 Grad, hinten von 29,9 Grad, es hat eine Bodenfreiheit von 24 Zentimetern, kann 45 Grad Steigungen problemlos meistern, fällt erst bei einer seitlichen Neigung von 35 Grad um (offiziell – inoffiziell sind es weit über 40 Grad, wofür wir freilich keine Garantie übernehmen!) und man kann mit ihm durch 70 Zentimeter tiefes Wasser fahren, bevor es kritisch wird. Mit Schwung! Ein raffinierter Sensor erkennt nämlich einen Wasserschwall und schließt die vorderen Lufteinlässe, damit kein Wasser eindringen kann.

Und wie viele Käufer des Mercedes G haben diesen Sensor schon jemals ausgelöst? Sehr, sehr, sehr wenige. Und das ist der Jammer mit dem G: Mercedes hat einen der fähigsten Geländewagen der Welt gebaut, aber artgerecht verwendet wird er kaum. Unter den 162 G-Wagen, die Mercedes 2019 in Österreich verkauft hat, waren 77 AMG-Modelle. Das ist eine Version mit einem 4,0-Liter-V8-Biturbomotor mit 585 PS. Damit liefert man sich Rennen auf 100 km/h, aber fährt sicher nicht durch 70 Zentimeter tiefes Wasser.

Sind echte Geländeautos also reine Folklore? Werden sie nur gebaut, weil der Kunde eben auch ein Gefühl kauft? Weil er glaubt, mit der Übergabe des Zündschlüssels schon ins Abenteuer zu starten, weil er mit diesem Auto ja könnte, wenn er wollte (wenn man übrigens wirklich will: Mercedes bietet bei Graz eine spezielle, sehr fordernde Offroad-Strecke, auf der man den G in allen Extremlagen testen kann – und man muss nicht einmal mit dem eigenen fahren, sondern bekommt von Mercedes einen gestellt).