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Im Reisebüro

Alles hat wieder zu. Alles? Nein, Reisebüros haben nach wie vor offen.

Und diese werden jetzt gestürmt. Viele Menschen wollen nun eben dort Party machen (nachdem sich die Kirchen auch Selbstdisziplin auferlegt haben). Und der Vorteil ist: Den entsprechenden Alkoholspiegel vorausgesetzt, kann man sich sogar der Illusion hingeben, in einem fernen Land Urlaub zu machen. Dem sind in einem Reisebüro keine Grenzen gesetzt. Heute Vietnam, morgen DomRep, übermorgen Ischgl.

Wenn es irgendwo Licht am Ende des Tunnels gibt, dann in einem Reisebüro. Die Menschen können hier schon auf die Zukunft wetten. Ein Urlaub im August ist schnell gebucht. Und schon ist man dabei in der Liga der Optimisten.

Auch die vielen Menschen, die nach wie vor auf unseren Straßen unterwegs sind, antworten, wenn sie von der Polizei aufgehalten werden: „Ich bin unterwegs ins Reisebüro.“ Und so lang die Baumärkte zuhaben, kann man die Kataloge auch zum Tapezieren verwenden. Da sieht es im Home-Office dann gleich ein wenig heller aus.

Auch viele Lehrer verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen – und senden den Geografieunterricht nun live aus dem Reisebüro.

E-Mail: oliver.pink@debatte.com


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.11.2020)