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Konflikt

Vergleich Razzia mit Pogrom: Uni Salzburg distanziert sich von Forscher

Politologe Farid Hafez nahm in Text zur Muslimbrüder-Razzia Bezug auf „Reichskristallnacht“.

Wien. Die Universität Salzburg hat sich auf ihrer Website von Äußerungen des an der Uni lehrenden Politologen Farid Hafez distanziert. Er hat die Razzia gegen Muslimbrüder im Rahmen der „Operation Luxor“ in einer Veröffentlichung auf der Website der Bridge-Initiative der Georgetown-Universität (Washington D. C.) in Bezug zu den Nazi-Pogromen am 9. November 1938 und den Repressionen gegen Muslime im chinesischen Xinjiang gesetzt.

 

„Insbesondere das entschlossene Vorgehen gegen radikale Tendenzen im politischen Islam mit den Ereignissen der Reichskristallnacht zu vergleichen, sei auf das schärfste zu verurteilen“, zitiert die Universität ihren Rektor, Hendrik Lehnert. Er betont in dem Schreiben auch, dass Konsequenzen gegen den Wissenschaftler geprüft würden.

Hafez selbst hat auf Facebook „die selektive Lesart meines Artikels und wie dieser weitergetragen wurde“, kritisiert. Er meint, dass er die Razzien nicht mit den Novemberprogromen gleichgesetzt habe. „Insofern weise ich jeden Versuch, mir eine Verharmlosung der Novemberpogrome zu unterstellen, deutlich zurück.“

„Ich finde es auch nicht richtig, so etwas gleichzusetzen, das würde ich so auch nicht tun“, sagte Hafez zu Ö1 nach der Empörung über seine Aussagen, etwa von Kultusministerin Raab und Innenminister Nehammer. Gleichzeitig erneuerte er seine Kritik am Vorgehen von Polizei und Politik: Weder der „politische Islam“, noch die Zugehörigkeit zur Muslimbruderschaft sei in Österreich ein Straftatbestand. (eko)


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("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2020)