Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Der in Österreich gebaute Mercedes G ist einer der fähigsten Geländewagen der Welt. In seiner stärksten Version als AMG wird er wegen der neuen NoVA um 29.503 Euro teurer.
Streitgespräch

NoVA wird neu geregelt: Schutz der Umwelt oder Kriegserklärung an das Autofahren?

Ab Juli 2021 wird die NoVA, die beim Autokauf anfällt, neu geregelt. Damit stelle man sicher, dass für jene Autos, die die Umwelt stärker belasten, auch mehr bezahlt wird, meint Grün-Abg. Jakob Schwarz. Stimmt nicht, man mache alle Autos teurer, kontert Günther Kerle, Sprecher der Autoimporteure. Ein Streitgespräch.

Grünen-Chef Werner Kogler hat gemeint, dass man mit der Änderung der Normverbrauchsabgabe „die Stinker“ teurer macht. Die Autoindustrie sagt, dass bis 2024 auch Kleinwagen teurer werden. Ist das passiert, Herr Schwarz, oder war das Absicht?

Jakob Schwarz: Es geht uns darum, dass die Emissionen im Verkehr, die in den vergangenen Jahren stets stabil hoch waren, zurückgehen. Und dazu setzen wir bei der Anschaffung des Fahrzeuges an, weil hier der größte Hebel besteht. Daher diese Änderung bei der NoVA. Ziel ist es, eine deutlichere Spreizung umzusetzen – die größeren, schwereren Fahrzeuge sollen stärker betroffen sein, die kleineren weniger. Ein Škoda Octavia, eines der meistzugelassenen Fahrzeuge, wird in den kommenden drei Jahren beispielsweise nur um weniger als 300 Euro teurer.

Günther Kerle: Das Problem ist, dass die NoVA der falsche Hebel ist, um Umweltschutz zu betreiben. CO2 wird ja nicht beim Kauf ausgestoßen, sondern beim Fahren. Man hätte wesentlich mehr Hebelwirkung, wenn man bei der Nutzung der Fahrzeuge ansetzt, nicht bei der Anschaffung. Man behauptet, dass man es nur auf die Stinker abgesehen hat, die großen und luxuriösen SUVs. Aber das ist eine Minderheit. Diese NoVA-Änderung betrifft alle Autos bis hin zu den Klein- und Familienwagen. Die Grünen machen hier Symbolpolitik, es geht nur darum, das Autofahren teurer zu machen. Es geht nicht um Umweltschutz, es geht gegen das Autofahren.

Schwarz: Das ist keine Symbolpolitik, sondern eine vorausschauende Politik. Wir wollen 2040 klimaneutral sein. Die Autos, die heute gekauft werden, sind zehn, 20 Jahre auf der Straße. Die Entwicklung in der Vergangenheit war leider eine, dass alle Fortschritte in der Automobilindustrie durch den Trend hin zu großen, schweren SUVs zunichte gemacht wurden. Die Motoren sind zwar effizienter geworden, aber SUVs verbrauchen mehr Treibstoff und stoßen daher mehr CO2 aus. Hier setzen wir mit der NoVA-Änderung an.