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Little Christmas

Manche Politiker würden Weihnachten in Coronazeiten am liebsten auf Ostern verlegen, was das christliche Narrativ durcheinanderwirbeln würde.

Geburt, Tod und Auferstehung an einem Wochenende – die Trinität als Wunder aller Wunder. Der Osterhase würde schwer bepackt durch die Lande hoppeln und womöglich im Frühlingsschnee stecken bleiben, und die Osterhasengewerkschaft könnte zu Recht auf Erschwerniszulage und Überstunden pochen. Ziemlich unpraktikabel, so ein Feiertag-Cluster.

Nur gut, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein Einsehen hatte. WHO-Expertin Maria Van Kerkhove teilte mit, dass der Weihnachtsmann immun sei gegen das Virus und die Einreise- und Quarantänebestimmungen außer Kraft gesetzt seien. Das Christkind, das sei dazugesagt, schwebt ohnedies in anderen Sphären.

Auf der Insel ist vorerst auch noch alles Roger. Die Royals versendeten idyllische Weihnachtskarten, und Boris Johnson zitierte einen Weihnachtssong-Klassiker Judy Garlands aus dem Zweiten Weltkrieg. „Have Yourself a Merry Little Christmas“, wünschte er seinen Landsleuten verschmitzt, die sich schon auf eine Familienfeier mit kaltem Truthahn im Freien eingestellt hatten – allerdings mit Betonung auf „very little“. Für die ersten Glücklichen hatte er sogar ein Geschenk parat – die Corona-Schutzimpfung. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2020)