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Literatur

Was ich lese: Laura Wiesböck

Da ich beruflich viele Texte lese, die sich auf der Sachebene befinden, widme ich mich privat gerne der erzählerischen Perspektive.

Aktuell lese ich Streulicht, den Debütroman von Deniz Ohde (Suhrkamp Verlag). Sie zeigt anschaulich die feinen Unterschiede unserer Gesellschaft auf. Kürzlich ausgelesen habe ich Dicht von Stefanie Sargnagel (Rowohlt Verlag). Ein witziges und zutiefst menschliches Buch. Ungelesen vor mir liegen Butterfly Politics von der radikal feministischen Denkerin Catharine A. MacKinnon (Harvard University Press) und The Clothes of Nakedness von Benjamin Kwakye (Africa World Press).
Manche Bücher nehme ich immer wieder zur Hand: Der Knacks von Roger Willemsen (Rowohlt Verlag). Klug und berührend beschreibt er Risse in unser aller Leben. Dauernd auf meinem Tisch liegt Kleist, Moos, Fasane von Ilse Aichinger (Fischer Taschenbuch Verlag). Aus meiner Sicht eine der bedeutsamsten Autorinnen Österreichs. Besonderes Gewicht haben für mich auch die Bücher des Schweizer Psychoanalytikers Arno Gruen. Sie bestechen durch Aktualität, besonders Der Wahnsinn der Normalität (dtv) oder Der Kampf um die Demokratie (Klett-Cotta Verlag).
Für Anekdoten zwischendurch lese ich in Daily Rituals. Women at Work von Mason Currey (Knopf). Darin erfährt man faszinierende Details über den Alltag berühmter Frauen. Etwa, dass sich Susan Sontag für ihre Schreibarbeit gerne mit Speed berauscht hat. Oder dass Patti Smith ihre Nachmittage mit Spaziergängen und TV-Kriminalserien verbracht hat. Interessant, dass der Lebensstil der godmother of punk die Auflagen eines Pandemie-Lockdowns erfüllt.

(Laura Wiesböck ist Soziologin und Publizistin in Wien)