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Auf der Märchenwiese

Die Skigötter meinen es im Corona-Winter nicht gut mit den Slalomartisten. Nun ist es nicht gerade so, dass die alpinen Hänge aper wären.

An natürlichem Untergrund fehlt es nicht, und der Himmel sorgte zuletzt sogar für Nachschub. Aber die Weltcup-Klassiker mussten w.o. geben: Die Slaloms in Wengen und Kitzbühel wurden ohne großes Trara aus dem Kalender gestrichen.

Schlimm genug, dass die Fans ausgesperrt bleiben, die mit ihren Kuhglocken und Hupen den Rennen am Lauberhorn und an der Streif das Gepränge eines Länderspiels zwischen der Schweiz unter Österreich unter Einschluss der Wikinger aus Norwegen geben. Die Slalom-Asse trauern den vereisten, kupierten Pisten mit ihren Abgründen und heimtückischen Richtungswechseln nach, die die Besten von den bloß Guten trennen.

Dass Flachau mit zwei Slaloms einspringt, ruft nicht allseits Jubel hervor. Nomen est omen – zumindest für Manuel Feller. Der Stangentänzer hält die Hermann-Maier-Piste, benannt nach dem Lokalmatador, für eine „Märchenwiese“. Im Gegensatz zu einer „Blutwiese“. Gut, dass er nicht Damenpiste gesagt hat. Als würden dort Feen herumhuschen. Wenn der Tiroler Draufgänger da nicht einen Fluch provoziert und den „Herminator“, den Pongauer Skigott, erzürnt hat – der bei Gott kein Slalomgigant war.

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com  

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2021)