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Mit der Bohrmaschine: CIA folterte auch in Polen

AIRPORT
(c) AP (Czarek Sokolowski)

In Polen existierte offenbar doch ein Geheimgefängnis. Der Terrorverdächtige Al-Nashiri soll dort von CIA-Agenten mit einer Bohrmaschine und einer halbautomatischen Waffe gefoltert worden sein.

Die von der polnischen Regierung ins Reich der Märchen verbannten Gerüchte über ein CIA-Geheimgefängnis in Polen dürften sich nun doch bewahrheiten: Wie die US-Nachrichtenagentur AP berichtet, wurde in einem Gefangenenlager auf einem polnischen Militärgelände von 2002 bis Anfang 2003 ein Terrorverdächtiger von Agenten des US-Geheimdienstes CIA gefoltert.

Konkret soll die CIA den wegen des Anschlags auf das Kriegsschiff USS Cole verdächtigen Abd al-Rahim al-Nashiri in dem Geheimgefängnis festgehalten haben. Im Verhör sei der Saudi von dem ägyptisch-stämmigen CIA-Agenten "Albert" und seinem Vorgesetzten "Mike" in die Mangel genommen worden, berichtet AP unter Berufung auf Geheimdienst-Kreise.

Mit laufender Bohrmaschine bedroht

Um Informationen aus ihm herauszubekommen, soll der nackt in seiner Zelle sitzende Saudi mit einer halbautomatischen Feuerwaffe bedroht worden sein. Als auch das nichts nützte, wurde eine laufende, aber unbestückte Bohrmaschine auf den Kopf von Al-Nashiri gerichtet. Dass die Waffe nicht geladen und die Bohrmaschine nicht bestückt war, konnte der Verdächtige nicht wissen.

Al-Nashiri wartet derzeit im Gefangenlager in Guantanamo auf seinen Prozess. Seine beiden Peiniger wurden suspendiert. "Albert" soll seine Arbeit für den Geheimdienst aber bereits wieder aufgenommen haben. Er ist jetzt Ausbildner, berichtet AP.

Fassungslosigkeit in Polen

Die Nachricht, dass in Polen tatsächlich ein Geheimgefängnis existieren und dort auch gefoltert worden sein könnte, sorgte am Mittwoch für Fassungslosigkeit unter den polnischen Abgeordneten.

Bisher war lediglich bekannt gewesen, dass Flugzeuge der CIA nahe dem polnischen Flughafen Szymany gelandet waren, berichtet "Spiegel online". Außerdem sagte Chalid Scheich Mohammed, einer der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September, dass er eine Mineralwasserflasche mit polnischer Aufschrift entdeckt hatte, als er an einem ihm unbekannten Ort festgehalten und gefoltert worden war.

 

(Red.)

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