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Biologie

Die Mutation, die dem Fisch Beine machte

Genetiker lieben Zebrafische, weil ihre Larven fast durchsichtig sind. So lässt sich ihre Entwicklung gut verfolgen.
Genetiker lieben Zebrafische, weil ihre Larven fast durchsichtig sind. So lässt sich ihre Entwicklung gut verfolgen.Archiv
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Evolution passiert in ganz kleinen Schritten – aber nicht immer, sagt die Theorie der „hopeful monsters“. Eine skurrile Zebrafisch-Mutante spricht für diese und wirft neues Licht auf die Eroberung des Festlands durch Wirbeltiere.

Löwen und Möwen, Lerchen und Lärchen, Viren und wir: Die ganze Vielfalt des Lebens ist im Grunde durch zufällige Mutationen von DNA entstanden. Das ist eigentlich unfassbar – und einer der Gründe dafür, dass der Darwinismus viele Skeptiker fand. Etwa solche, die fragen: Ist ein Lebewesen, das durch eine Mutation auffällig anders ist als seine Artgenossen, nicht ein Monster? Gab es einst eine Äffin, die den ersten Menschen gebar? Und sollen wir uns wirklich vorstellen, dass irgendwann vor 420 Millionen Jahren der erste Fisch lebte, der zufällig Beine statt Flossen hatte?

Natürlich nicht, antworten die meisten Darwinisten geduldig: In der Evolution geht alles peu à peu, in ganz kleinen Schritten, die jeweils eine ganz kleine Verbesserung bringen. Natura non facit saltus, wie Karl von Linné alias Carolus Linnaeus sagte: Die Natur macht keine Sprünge. Richard Goldschmidt, der geniale deutsche Biologe, der auch den Begriff Intersexualität prägte, widersprach: Er postulierte, dass sich von Zeit zu Zeit Mutationen durchsetzen, die das hervorgebracht haben, was er „hopeful monsters“ nannte. Individuen also, die einen Sprung in der Evolution verkörpern.