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Gastkommentar

Von der Wiener Staatsanwaltschaft eines Verbrechens beschuldigt: Ein Horrorerlebnis

"Ich bin trotz Leibesvisitation guten Mutes, die Sache schnell zu einem gütlichen Ende bringen zu können. Selten habe ich mich so getäuscht."
"Ich bin trotz Leibesvisitation guten Mutes, die Sache schnell zu einem gütlichen Ende bringen zu können. Selten habe ich mich so getäuscht."Die Presse
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Der langjährige Wiener ÖVP-Politiker Bernhard Görg erinnert sich an ein Zwischenspiel mit der „übermotivierten“ Wiener Staatsanwaltschaft in den Jahren 2011/2012, wie er es nennt.

Meine Geschichte beginnt harmlos. Anfang 2004 befasst sich ein Rechnungshofbericht äußerst kritisch mit der Einmietung von Wiener Wohnen im „News“-Tower am Donaukanal: Weit über dem Marktpreis liegende Mieten und eine Mietvorauszahlung für gleich zwölfeinhalb Jahre ohne Abzinsung (anders als heute waren die Zinsen damals hoch!). Empörung bei der gesamten Opposition. Im Verlauf einer hitzigen Gemeinderatsdebatte werfe ich Wohnbaustadtrat Werner Faymann eine versteckte Subvention für „News“ vor. Ein medialer Niederschlag der Debatte ist da, aber kurz und überschaubar.

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Über die Sache wächst fast acht Jahre lang Gras. Bis mich im Herbst 2011 auf einem Golfplatz der Anruf einer großen deutschen Wochenzeitung erreicht: Man arbeite an einer Story über die persönliche Medienstrategie des Bundeskanzlers Faymann. (Der BK war damals gerade mächtig unter Beschuss geraten, weil er in seiner Zeit als Infrastrukturminister angeblich Druck auf ÖBB und Asfinag ausgeübt haben soll, in bestimmten Zeitungen zu inserieren.) Im Zuge der Recherchen zu diesem Artikel sei man auf meine seinerzeitige Gemeinderatsrede gestoßen. Ob ich nach wie vor der Meinung sei, dass es damals eine versteckte Förderung für „News“ gegeben habe? Ich bejahe. Der Artikel erscheint, wobei ich kurz, aber richtig zitiert werde. Zwei Tage später übernehmen einige österreichische Tageszeitungen das Ganze ohne mein Zutun und blasen die Geschichte gehörig auf. Und zwar so, dass der Leser vermuten muss, ich wäre als Politpensionist unter die aktiven Faymann-Jäger gegangen. Ich bin unangenehm berührt, aber mein Ärger verfliegt.