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Staatsoper

Diese Carmen liebt zwischen Prolo-Schlitten

Derbes Paar: Anita Rachvelishvili und Piotr Beczala.
Derbes Paar: Anita Rachvelishvili und Piotr Beczala.Staatsoper/Walter Pöhn
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Bizets „Carmen“, nun auch an der Staatsoper in Bieitos Inszenierung, die seit 1999 international herumgereicht wird: nicht nur wegen des fehlenden Neuheitswerts eher eine respektable Repertoirevorstellung als eine glänzende Premiere.

„Carmen“: Das bedeutete in Wien lange Zeit immer wieder Agnes Baltsa in der Titelpartie, die in gewiss recht wechselhafter stimmlicher Verfassung, aber stets mit unverwechselbarem Furor ihren Don Josés den Verstand raubte – und sie dann fallen ließ, in wahrstem Sinne den Tod verachtend: darunter José Carreras, Plácido Domingo, Luis Lima oder nicht zuletzt Neil Shicoff. Und orchestral bleibt Carlos Kleiber der Standard, der die Vorgängerproduktion 1978 nahezu im Alleingang zum Ereignis gemacht hat: Schon in der Ouvertüre knallt jedes Sechzehntel wie ein Sektkorken, Rubato-Nuancen erzeugen enorme Innenspannung, Melodien schweben über Begleitungen und Taktstriche hinweg, Farben erblühen. Was hat nun die aktuelle Staatsopernpremiere mit ihrer auf dem Papier praktisch untadeligen Besetzung dem Langzeitgedächtnis des Opernliebhabers hinzufügen können? Enttäuschend wenig.