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Staatsoper: Dieser Traviata brechen die Follower weg

Pretty Yende als Violetta, Juan Diego Flórez als Alfredo, Igor Golovatenko als Giorgio Germont, Attila Mokus als Baron Douphol, Ilja Kazakov als Doktor Grenvil.
Pretty Yende als Violetta, Juan Diego Flórez als Alfredo, Igor Golovatenko als Giorgio Germont, Attila Mokus als Baron Douphol, Ilja Kazakov als Doktor Grenvil.Staatsoper/Walter Pöhn
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Regisseur Simon Stone zeigt Verdis „Traviata“ inmitten von Chatverläufen und Social Media als krebskranke Influencerin, scheitert aber bei der Übersetzung des alten Stigmas Prostitution ins neue Ambiente. Pretty Yende rührt, die nobelste Stimme hat Juan Diego Flórez.

Ein paar starke Bilder gibt es sehr wohl. Am Beginn des letzten Aktes zum Beispiel, wenn Violetta inmitten anderer Patienten bei der Chemotherapie an ihrem Tropf hängt, allein, ohne freundschaftliche Begleitung: Sogar die treue Seele Annina scheint da zunächst, wie sich herausstellt, mehr in der Vorstellung als real präsent zu sein. Das zwickt den Betrachter an Stellen, an denen er lieber nicht gezwickt werden möchte – und also ist es richtig, Krankheit und Sterben in einem so modernen, alltäglichen, vielleicht nur allzu schmerzlich bekannten Ambiente zu zeigen.