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Die Kreuzotter wird verschont

Warum derzeit so viel für „toxisch“ gehalten wird.

Woran lässt sich erkennen, ob eine Person sprachlich auf der Höhe der Zeit ist? Sie verwendet regelmäßig das Wort – Achtung, Sprechblase – „toxisch“.

Der Zeitgeist kann toxisch sein, die Männlichkeit, die Beziehung. Sogar die positive Einstellung, toxic positivity genannt.

Auch rund ums Arbeiten ist vieles toxisch: das Arbeitsklima, die Chefs, die Kollegen, die Mitarbeiter. Sie sind wahlweise hilflose Hascherl, unmotivierte Daumendreher, geschwätzige Bassenatratscher, sich selbst überfordernde Märtyrer und respektlose, aggressive, manipulative Tyrannen. (Am besten ist, sie alle zu feuern.)

In einem Zusammenhang verwenden die Möchtegern-Toxikologen das Synonym für „giftig“ aber nicht: mit Kreuzotter und Hornviper, den einzigen heimischen Giftschlangen.

michael.koettritsch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.03.2021)