Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Hunter house interior
Grund & Boden

Auf der Pirsch: Mit dem Jeep zum eigenen Jagdschloss

In Krisenzeiten haben Land- und Forstwirtschaften Hochkonjunktur. Entsprechend wenig ist derzeit auf dem Markt. Drei Beispiele.

Grund und Boden kommen nie aus der Mode. Die derzeitige Nachfrage ist – wie immer in Krisenzeiten – jedenfalls enorm, was sich auch an den Preisen ablesen lässt. Je nach Größe und Qualität werden momentan bis zu drei Euro pro Quadratmeter gezahlt, bei absoluten Liebhaberobjekten sind sogar bis zu sieben Euro möglich. Wobei ein Wald natürlich mehr ist als die Summe seiner Bäume. Die Qualität eines Forstes hängt wie jedes Grundstück zunächst einmal von der Lage ab: Je näher es an einer (Landes-)Hauptstadt oder touristisch interessanten Orten liegt, desto teurer der Quadratmeter. Ein zusätzlicher Faktor ist die Erreichbarkeit – eine Liegenschaft, die sich kommod per Range Rover oder Jeep erreichen lässt, ist teurer als ein verwunschener Ort, der lange Fußmärsche erforderlich macht. Außerdem spielt die sogenannte Bonität eine Rolle, die etwas darüber aussagt, welche Arten von Bäumen in welchem Alter und Zustand auf dem Land zu finden sind.

Zusatzpunkte gibt es dann, wenn ein Haus oder gar ein kleines Jagdschloss darauf stehen – allerdings spielen diese eher eine untergeordnete Rolle. Ganz im Gegensatz zu der Möglichkeit, den eigenen Forst auch zum privaten Jagen nutzen zu können: Eigenjagden sind immer sehr begehrt und müssen je nach Bundesland zwischen mindestens 115 und 300 zusammenhängende Hektar aufweisen. Für die Bewertung eines solchen Reviers wird neben den genannten Faktoren noch das im Gehege vorhandene Wild herangezogen. Das Teuerste in Sachen Eigenjagd ist ein sogenanntes Jagdgatter, das eingezäunt ist. Begehrt sind sie alle – und das Angebot in Österreich entsprechend überschaubar. Einzelne Ländereien kommen aber immer wieder auf den Markt – drei Beispiele.

Fichten im Waldviertel

In den zu Heidenreichstein gehörenden Kastralgemeinden Motten und Haslau im Waldviertel ist derzeit etwa ein Wald ohne Jagdrechte zu haben. Knapp 48 Hektar Forstwirtschaft und gut 2,5 Hektar landwirtschaftliche Fläche stehen wegen einer Erbteilregelung zum Verkauf. Hauptsächlich finden sich darin Fichten, untermischt mit Kiefern, Birken und Ahornbäumen, ein Großteil der Fläche wurde in den 1960er-Jahren aufgeforstet und seitdem laufend gepflegt. Laut Eigentümerangaben befindet sich der Wald in einem gepflegten Zustand, die Erschließung ist durch gute Forstwege gegeben. Die Grundstücke liegen auf rund 600 Metern Seehöhe, was etwaige Schädigungen durch den Borkenkäfer gering hält. Vermittelt wird die Liegenschaft über Pro Immobilien in Waidhofen an der Thaya, aufgerufen ist dafür gut eine Million Euro.

Jagdhaus mit drei Schlafzimmern

Gejagt werden darf dagegen in den Karnischen Alpen, genauer auf der Tilliacher Alm. Hier stehen rund 17 Hektar Alpen-, acht Hektar Landwirtschafts- und 120 Hektar Forstfläche zum Verkauf, die sich zwischen 950 und 1730 Metern Seehöhe erstrecken. Im Wald gibt es ein großteils saniertes Wegenetz und eine Forststraße zur Bundesstraße; die landwirtschaftliche Fläche ist eine Sommerweide, in deren Mitte ein Jagdhaus mit drei Schlafzimmern steht, das derzeit noch über ein Notstromaggregat und einen Holzofen beleuchtet und beheizt wird. Für Trinkwasser sorgt eine eigene Quelle. Eine Stunde Fußmarsch entfernt befindet sich eine weitere einfache Jagdhütte in dem Gams- und Rotwild-Revier, in der es aber lediglich ein Stockbett und einen Tisch gibt. Vermittelt wird die Liegenschaft über Sickl Real in Wien, der Kaufpreis wird nur auf Anfrage verraten.

Gamswild in den Kalkalpen

Gleich drei Jagdhäuser finden sich in einem Forst- und Jagdgut in den Nördlichen Kalkalpen bei Spital am Pyhrn, zu dem ein von einem Berufsjäger betreutes Revier mit Rot-, Reh- und Gamswildbeständen sowie einem eigenen Wintergatter gehört. Auf einer Seehöhe von 1300 bis knapp 2400 Metern hat die Eigenjagd eine Fläche von 781 Hektar, weitere 179 sind bereits und noch einmal 217 Hektar können zugepachtet werden. Vermittelt wird das Revier über Spiegelfeld Immobilien, Kaufpreis auf Anfrage. (SMA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2021)

Mehr erfahren