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Interview

Precht: „Früher wurde Treue, heute wird Untreue belohnt“

„Früher haben die Leute ihre Pflicht erfüllt, weil sie Angst vor dem autoritären Staat hatten. Jetzt müssen wir vor dem Staat keine Angst mehr haben. Aber das bedeutet nicht, dass wir nicht dennoch staatsbürgerliche Pflichten haben“, sagt Precht.
„Früher haben die Leute ihre Pflicht erfüllt, weil sie Angst vor dem autoritären Staat hatten. Jetzt müssen wir vor dem Staat keine Angst mehr haben. Aber das bedeutet nicht, dass wir nicht dennoch staatsbürgerliche Pflichten haben“, sagt Precht.(c) Die Presse/Clemens Fabry
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Das Wirtschaftssystem fördert den Egoismus und entwickelt sich zu einer „Verarschungskultur“, die Kundentreue bestraft und systematisches Misstrauen schafft, sagt der Philosoph Richard David Precht.

Sie sagen, dass wir uns in einer industriellen Revolution befinden. Das ist doch eine gute Nachricht. Ökonomische Revolutionen waren doch immer für die meisten vorteilhafter als politische.

Richard David Precht: Ja, das ist richtig. Es ist nur für jene keine gute Nachricht, die meinen, dass wir bereits in der besten aller Welten leben. Die sagen, es könne alles nur noch schlimmer werden. Das trifft sicher die Mentalität eines großen Teils der Bevölkerung.

Was erwarten Sie?

Ich erwarte mir durch den technischen Fortschritt, durch das zweite Maschinenzeitalter auch noch einige gesellschaftliche Innovationen und Verbesserungen zum Guten. Genauso wie bei den vergangenen ökonomischen Revolutionen werden diese aber nicht von allein eintreten.