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Lautsprecher

Nichts gegen Spätzünder

Für zu Hause oder unterwegs ist der Sonos Roam geeignet.
Für zu Hause oder unterwegs ist der Sonos Roam geeignet.⫻ Sonos
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Die Auswahl an Bluetooth-Lautsprechern ist groß. Nun kommt mit dem Sonos Roam ein weiterer dazu. Was ihn von der Konkurrenz unterscheidet.

Sonos hat jetzt auch einen Bluetooth-Lautsprecher im Angebot. Das ist 2021 auf den ersten Blick keine Nachricht, die Fanfaren einsetzen lässt, die Paraden in Gang setzt oder gar einen neuen Feiertag rechtfertigt. Wobei hier die Maßstäbe mittlerweile recht niedrig sind, gemessen daran, dass es mitunter auch den Tag der Teppichfalte gibt. Aber wir schweifen ab. Denn ganz so unspektakulär ist das Debüt des Sonos Roam auch wieder nicht.

Der US–Hersteller ist seit Jahren angesehen, wenn es um die Interieur-Beschallung geht. Mit dem Sonos Move hat man sich erstmals aus der Komfortzone herausbewegt und erste zaghafte Schritte in den Garten oder auf den Balkon gewagt. Der Move war aber nicht so agil, wie man es um den Preis erwartet hätte. Groß, schwer und nicht gerade günstig. Der Sonos Roam setzt hier einen Kontrapunkt.

Einer von vielen? Der 400 Gramm schwere Lautsprecher ist schnell eingerichtet. Einmal mehr besteht auch hier Sonos auf die Installation seiner App. Bestehende Kunden sparen sich das und fügen das neue Gerät einfach in der App hinzu. Damit eröffnen sich zwei Nutzungsszenarien: entweder als Multiroom-Lautsprecher, der auch mit einem zweiten Roam zu einem Stereopaar (nur im WLAN) gekoppelt werden kann oder eben als Bluetooth-Box.

Grundsätzlich unterstützt der Roam WLAN Apples Airplay 2 sowie Bluetooth. Mit dem großen Repertoire von mehr als 100 unterstützten Streamingdiensten schafft es Sonos, sich von der großen Konkurrenz abzuheben. Das ist auch notwendig angesichts des unüberschaubaren Angebots. Denn welcher Hersteller hat heute keine smarten Bluetooth Lautsprecher im Angebot?

Angesichts dieses breit aufgestellten Ökosystems ist neben dem Preis, der bei 180 Euro liegt, der Klang entscheidend. Dazu sei gesagt: Ein Lautsprecher braucht einen Resonanzkörper. Weswegen die Ansprüche an das kompakte Prisma mit abgerundeten Kanten realistisch angesetzt werden sollten.

Gemessen an der Größe und dem Preis ist hier Sonos ein feines Stück Technik gelungen, das im Badezimmer genau so punkten kann wie in der Küche neben dem Mixer. Selbst am Balkon ist der Sound klar, transparent und auch die Höhen sind detailreich. Lediglich beim Bass ist der Roam ein bisschen schwachbrüstig. Wohl sehr zur Freude der Nachbarn, die während des Tests sehr geduldig waren.

Dass der Klang trotz sehr unterschiedlicher Umgebungen ins Ohr geht, liegt an der Funktion „True Play“. Die integrierten Mikrofone analysieren die Audio-Reflektionen. Anhand dieser passen die Lautsprecher den Klang der Umgebung an. Und es funktioniert.

Eine Exklusiv-Funktion, die nicht überzeugen kann, ist „Sonos Swap“. Die Musik nahtlos vom Roam zu einem anderen Lautsprecher weiterzugeben, bleibt leider Theorie. Vielleicht mit einem Update.


Sonos hat dazugelernt. Sonos ist spät aus der WLAN-Sphäre ausgestiegen. Die Horizonterweiterung war nicht friktionsfrei, aber mit dem Roam beweist das Unternehmen, dass es gewillt ist, auf seine Nutzer zu hören und sich weiterzuentwickeln. Der Roam ist auch bei Outdoor-Touren dabei und zum Glück nicht aus Zucker (IP 67 Zertifizierung). Die weiße Version braucht danach nur ein bisschen reinigende Zuwendung mit einem Tuch.

Der Sonos Roam hat sich sehr gut geschlagen und punktet mit seiner Vielseitigkeit. Bestimmt werden ihn auch die Nachbarn vermissen.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.05.2021)