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Im Madrid-Viertelfinale

Thiem findet schneller als gedacht zu seinem Spiel

ATP Masters 1000 - Madrid Open
REUTERS
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Dominic Thiem steht nach einem Zweisatzsieg über den Australier Alex de Minaur im Viertelfinale von Madrid. Nun wartet mit John Isner ein gänzlich anderer Spielertyp.

Dominic Thiem hat sich in Madrid selbst übertroffen. Zumindest vermittelte der Niederösterreicher nach dem 7:6 (6), 6:4-Sieg über den Australier Alex de Minaur und dem damit verbundenen Einzug ins Viertelfinale genau diesen Eindruck. „Da waren viele gute Dinge dabei. Zwei Siege in Madrid sind eine sehr positive Überraschung. Und ich freue mich, dass ich am Freitag noch eine Chance bekomme, gegen einen Topgegner zu spielen.“ Besagter Topgegner ist John Isner. Der US-Amerikaner hatte den Russen Andrej Rublew mit 7:6, 3:6, 7:6 bezwungen.

Vor seinem ersten Aufschlag in Spaniens Hauptstadt hatte Thiem sechs Wochen pausiert und in dieser Zeit die Tenniswelt rätselnd zurückgelassen. Keine Starts in Monte Carlo und Belgrad, erst für Madrid fühlte sich der 27-Jährige körperlich und mental wieder bereit. Dass die Wahl des Comebacks ausgerechnet auf Madrid fiel, ergibt mit Blick auf die Vergangenheit absolut Sinn. In der „Caja Mágica“, der Zauberkiste, fühlt sich Thiem so wohl wie sonst nur in Paris. Bei beiden Turnieren hat er bereits zweimal das Finale erreicht, agiert meist nahe der Topform oder erreicht diese sogar.

Auch bei der diesjährigen Auflage präsentiert sich Thiem trotz wochenlanger Auszeit in guter Verfassung, wenngleich er „ohne Erwartungen“ angereist war. Die Auslosung meinte es gut mit Thiem, der jetzt vor allem eines benötigt: Matchpraxis. Gegen einen starken Aufschläger (dieser wartet nun mit Isner) oder Rhythmusbrecher hätte Thiem wohl nur schwer zu seinem Spiel und zur Sicherheit in seinen Schlägen gefunden, doch sowohl Auftaktgegner Marcos Giron als auch de Minaur ließen sich auf lange Grundlinienrallyes mit dem Weltranglistenvierten ein.

„Genau diese langen, intensiven Ballwechsel brauche ich jetzt“, erklärte Thiem im Anschluss an das Match gegen de Minaur, der im Tiebreak des ersten Satzes bereits 3:0 geführt hatte und wenig später einen Satzball vorfand, den Thiem mit einem Rückhand-Passierschlag abwehrte.

Duell mit Nadal winkt

Thiem fand nach dem Erfolg über den Weltranglisten-24. keine großen Kritikpunkte an seinem Spiel. „Was jetzt einfach noch fehlt, ist der Matchrhythmus. Ich muss versuchen, die Intensität über die gesamte Spieldauer bei 100 Prozent zu halten, das ist mir im zweiten Satz nicht so gelungen. Und ich muss mit etwas weniger Kraftaufwand spielen, noch etwas lockerer werden. Aber das ist schon Jammern auf hohem Niveau.“

Sollte Thiem heute (live Sky) auch die Hürde Isner nehmen, könnte es am Samstag im Halbfinale zum Duell mit Rafael Nadal kommen. Der Spanier hatte in seinem Achtelfinale gegen den Australier Alexei Popyrin (6:3, 6:3) keine Probleme. Ausgeschieden ist hingegen der Weltranglistenzweite Daniil Medwedew: 4:6, 7:6, 1:6 gegen Cristian Garín.

("Die Presse", Printausgabe 07.05.2021)