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Neuvorstellung

Ford Mustang Mach-E: Das elektrifizierte Pony

Der neue Ford Mustang Mach-E
Der neue Ford Mustang Mach-E
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Es hat ein wenig länger gedauert, aber jetzt ist der Ford Mustang als batterieelektrischer Mach-E auch in Österreich angekommen. Die Amerikaner bieten ein solides Cross-over, das auf Wunsch dezent Krach macht.

Es war schon ein mutiger Schritt von Ford, dem ersten Elektroauto des Konzerns den Beinamen Mustang zu geben. In Dearborn, US-Bundesstaat Michigan, geht man das nächste Kapital in der 118-jährigen Geschichte nicht mit falscher Bescheidenheit an.

Der Mustang schuf 1964 die Gattung der Pony Cars – kleiner Coupés und Cabrios mit großen Motoren. Im Fall des Mustangs zu Beginn ein 4,3-Liter-V8. Das Auto war ein enormer Erfolg, wurde schnell zum Kultfahrzeug und ist – nach einigen Design-Verirrungen – auch in der aktuellen Version ein ansehnlicher Sportwagen. Im Sommer 2018 stellten die Arbeiter in Dearborn den zehnmillionsten Mustang her.

Jetzt wird der Mustang also als Mach-E elektrifiziert. Für manche war es ja ein Sakrileg, ein Elektroauto Mustang zu nennen und das galoppierende Pferd noch dazu auf ein SUV-Cross-over zu kleben. Ford zollt der Geschichte immerhin Tribut, indem man den Fahrmodus „Temperamentvoll“ dezent mit dem künstlichen Brummen eines V8-Motors unterlegt.

Ein erstes kurzes Kennenlernen mit dem elektrischen Ford hinterlässt den Eindruck eines soliden, komfortablen, auf Wunsch sportlichen Elektroautos – auch wenn die Fahrmodi (Aktiv, Sanft, Temperamentvoll) nur Auswirkungen auf Beschleunigung und Ansprechverhalten der Lenkung haben, nicht auf das Fahrwerk.

Natürlich lautete die erste Frage bei jedem E-Auto: Und, wie weit kommt er? „Hängt davon ab“ akzeptiert niemand als Antwort, daher die WLTP-Werte für den reinen Heckantrieb: 440 Kilometer mit der normalen 68-kWh-Batterie und einer Leistung von 269 PS, 610 Kilometer mit der großen (88 kWh netto) und 294 PS. Das sind recht ordentliche Werte, die freilich erst einen Praxistest bestehen müssen.

Die Maximalreichweite bekommt man zu einem akzeptablen Preis: ab 55.600 Euro für den Mach-E mit reinem Hinterradantrieb (kleine Batterie: ab 48.900 Euro). Die Allradversion kostet ab 55.000 Euro bzw. 64.200 Euro für die große Batterie und eine Leistung von 351 PS.

Muss man in Salzburg Halt machen, um beispielsweise für die Fahrt in äußerst bequemen Sitzen nach Vorarlberg nachzuladen, kann die Pause – bei entsprechender Gleichstrom-Ladestation – recht kurz ausfallen. Der Mach-E lädt mit bis zu 150 kW.

Mit einem Radstand von 2,98 Metern und einer Länge von 4,7 Metern bietet er Platz für die ganze Familie. Hinten kommt einem das Dach allerdings wegen der schnittigen Silhouette recht nahe. Der Kofferraum fasst 402 Liter, vorn unter der „Motorhaube“ gibt es zusätzlich eine 81 Liter fassende Box mit Wasserablauf, in der man beispielsweise dreckige Bergschuhe oder verschwitztes Sportgewand unterbringen kann.

Großes Touchdisplay

Den Ein-Pedal-Fahrmodus reizt Ford aus, nimmt man den Fuß vom rechten Pedal, rekuperiert das Auto bis zum völligen Stillstand. Bei entsprechender Fahrweise muss man überhaupt nie das linke Pedal drücken. Die Steuerung aller wichtigen Funktionen erfolgt über einen 15,5 Zoll großen, vertikalen Touchscreen.

Gegen Ende des Jahres reicht Ford einen Mach-E GT mit 487 PS und 860 Nm Drehmoment nach. Das wird ein echter Mustang - nur ohne V8.


[RHAEA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.05.2021)