Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Kinderunis

In den Ferien wird wieder geforscht

Workshops sind bei Sommerunis besonders beliebt. In Innsbruck wurden etwa Spektroskope selbst gebaut und ausprobiert.
Workshops sind bei Sommerunis besonders beliebt. In Innsbruck wurden etwa Spektroskope selbst gebaut und ausprobiert.[ UIBK ]
  • Drucken

Seit Jahren begeistern Sommerunis Kids mit Einblicken in die Welt der Wissenschaft. Das größte Thema heuer ist der Spagat zwischen Covid-Prävention und praktischem Erleben.

Noch sind an der Jungen Uni Innsbruck Fragen zu klären, etwa die nach Tests, Abstandsregeln oder Maskenpflicht. „2020 waren wir eine der wenigen Kinderunis, die ein Programm angeboten haben. Auf diesen Erfahrungen können wir heuer aufbauen“, sagt Silvia Prock, Leiterin der Jungen Uni, die heuer am 12. Juli in Innsbruck, Stams und Lienz startet.

Auch an der Kinderuni Oberösterreich werden die Corona-Präventionsmaßnahmen laufend angepasst: „Aktuell haben wir die Teilnehmerzahlen von 20 auf zehn bis 15 je Lehrveranstaltung gesenkt, können aber wieder rasch nach oben korrigieren. Aus heutiger Sicht stellen wir uns auf Testungen vor Ort ein, so wie in den Schulen“, sagt Andreas Kupfer, Rektor der oberösterreichischen Kinderuni. Sie findet an sechs Standorten – Linz, Steyr, Wels, Hagenberg, Almtal und Ennstal – statt. Ebenfalls auf Kleingruppenformate für je 15 bis 20 Kinder gewechselt hat die Kinderuni Wien. „Parallel bieten wir auf kinderuni.online neue Beiträge an. Samt Livestreams, die ermöglichen Kindern das Forschen immer und überall – am Küchentisch oder im Schwimmbad“, sagt Karoline Iber, Geschäftsführerin des Kinderbüros der Uni Wien. 2020 haben 6000 Kinder online teilgenommen.

 

Traditionelle Vorreiter

Die Junge Uni Innsbruck startete 2001 die erste Kinder- und Jugenduni im deutschsprachigen Raum. Jährlich sind es österreichweit rund 36.000 Kinder, die die Angebote der heimischen Veranstalter in Anspruch nehmen. Die Idee hat den Rest von Europa angesteckt. Über 100 Hochschulen mit rund 14.000 Forschenden aus 40 Ländern machen jungen Menschen das akademische Leben schmackhaft.

„Wie jedes Jahr wollen wir die Breite der Uni auch im Programm der Kinderuni abbilden und zeigen, woran an der Universität Innsbruck geforscht wird“, umreißt Prock die Inhalte des Angebots. Themen der 80 Veranstaltungen sind Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Social Media. „Sehr lang gibt es schon ,Mathe cool‘, das mit immer neuen Spielen für das Fach begeistert. Auch die Naturexkursionen sind sehr beliebt“, sagt Prock. Was immer zieht, vor allem abseits des Schulbetriebs: Mathematik und Physik. „Hier wird ein positiver Zugang zum Lernen ermöglicht, weil die Kinder sich begeistern dürfen. Auch die Wissenschaftler genießen diese ungewöhnliche Situation.“

 

Thema „Gesund und glücklich“

„Nach diesem herausfordernden Jahr geht es uns besonders um das Lachen und das Glück: Daher heißt unser Jahresschwerpunkt 2021 ,Gesund und glücklich‘“, sagt Iber. Ein Evergreen sei das Thema Sprachenvielfalt. „Wir machen Wissenschaftler mit einer anderen Muttersprache als Deutsch sichtbar und sprechen damit Kinder an, die mit dem Schatz von mehreren Sprachen aufwachsen.“

In Oberösterreich haben Kuratoren über 400 Lehrveranstaltungen mit 240 Dozenten zusammengestellt. „Jeder Standort hat eigene Schwerpunkte wie Naturwissenschaften im Almtal oder Digitale Medien in Hagenberg. Durch die intensive Zusammenarbeit mit der OÖ Landes-Kultur GmbH gibt es einen erweiterten Kreativ-Schwerpunkt in Linz“, erläutert Kupfer das Programm, das für Altersgruppen zwischen fünf und 15 Jahren erarbeitet wurde. Ein weiterer Schwerpunkt an allen Standorten: Mint-Themen – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. „Wir erleben einen Trend von Vorlesungen zu Workshops. Also mehr Interaktivität, Hands-on und Einblicke in die Praxis von Wissenschaft, Forschung, Unternehmen, Organisationen.“ Daher gebe es bei der Kinderuni Oberösterreich praktisch nur noch Workshops, Kurse, Exkursionen.

 

Science Holidays

Bereits im vergangenen Jahr wurde innerhalb der Veranstaltungsstruktur der Kinderunis eine Neuerung eingeführt, die Science Holidays. Begonnen haben damit die Universitäten in Wien, Innsbruck und Graz, Klagenfurt und Linz. Jede Universität gestaltete ein spezifisches Freizeitangebot, das Schülern und deren Familien die Uni mit ihren Studien- und Weiterbildungswegen nahebrachte und zu ersten Vorentscheidungen bezüglich Studium und Berufswahl beitragen wollte. Heuer gibt es das auch bei der Kinderuni Oberösterreich, und zwar in Steyr und im Almtal. In Steyr können die Kids fünf Tage lang die Stadt erforschen, im Almtal tauchen sie eine Woche lang an der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau in die Welt der Wissenschaft ein. In Innsbruck wiederum gibt es neben drei Naturerforscherwochen eine Architekturwerkstatt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2021)