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Schicht für Schicht zurück ans Tageslicht

„Jeder Schlag bringt etwas Neues“, sagt Alexander Lukeneder, der auch mit seiner Familie Ammoniten zerlegt.
„Jeder Schlag bringt etwas Neues“, sagt Alexander Lukeneder, der auch mit seiner Familie Ammoniten zerlegt.
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In Polzberg bei Lunz lagert eine weltbekannte Fundstätte von Fossilien. Ein aktuelles Projekt blättert die Geschichte aus der Trias von vor 233 Millionen Jahren neu auf, die gut sortiert in verschollenen Stollen gespeichert ist.

Als Bergleute 1880 zwei Stollen in die nördlichen Kalkalpen bei Lunz in Niederösterreich gruben, wollten sie eigentlich Kohle abbauen. Steinkohle war für die Industrie und als Heizmaterial gefragt, doch die fanden sie dort nicht. Dafür aber eine Menge an Fossilien, gut erhaltene Pflanzen- und Tierreste von vor Millionen von Jahren.

„Die Stollen sind heute verfallen. Aber schon damals erlebte das Fossiliensuchen einen Boom, an dem sich Private beteiligten. Die Ergebnisse liegen in zahlreichen Sammlungen internationaler Museen“, erzählt Alexander Lukeneder, Kurator der Mesozoischen Sammlung am Naturhistorischen Museum Wien (NHM). Er leitet das neue Projekt „Polzberg – eine Konservat-Lagerstätte von Weltruf“, das die Fundgrube noch genauer erforscht, gefördert vom Land Niederösterreich und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Obwohl die Stollen von damals verschollen sind, liegt das Material offen wie ein Buch nur wenige Meter davon entfernt an einer Bachböschung in Polzberg bei Lunz. „Das sind Tausende Schichten, dunkle und helle, die wie in einem Ildefonso klar abgegrenzt sind“, beschreibt Lukeneder. Schicht für Schicht können die Paläontologen hier durch die Erdgeschichte blättern, zeitlich exakt zugeordnet.