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Corona Mata, hier dargestellt mit einer Maske, soll das Virus vertreiben.
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Indologie

Mutter Corona und andere Heilsbringerinnen

In Indien verehrt man traditionell Gottheiten, um Krankheiten zu vertreiben. Aktuell beten die Menschen zu Corona Mata – Mutter Corona.

Die wilden Tiere kommen aus dem Wald in die Stadt. Die Kasten vermischen sich. Das Wetter spielt verrückt, es blitzt, donnert und regnet viel zu viel – oder auch zu wenig. Szenarien wie diese werden in Indien traditionell als Zeichen für das nahe Weltende gedeutet, erzählt Nina Mirnig vom Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Und sind Teil eines sich wiederholenden Prozesses: Denn der Untergang steht am Ende jedes Zyklus, nach dem ein neues Leben beginnt.

Schon in den alten heiligen Schriften der Inder werde geschildert, dass man Krankheiten sowie auch moralischen Verfall als Zeichen für das nahende Ende eines kosmischen Zeitraums gesehen habe, erklärt die Indologin. Also als Vorboten dafür, dass bald alles in Flammen aufgeht. Daher galt es, die Götter milde zu stimmen. „Das Phänomen, dass Götter verehrt werden, um Krankheiten zu vertreiben oder bei Geburten Unheil abzuwenden, lässt sich bis zum Anfang des ersten Jahrtausends zurückverfolgen – anhand verschiedener Gottheiten“, sagt Mirnig.