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Der vollelektrische Mo von Seat kostet in Österreich 6699 Euro. Nach Abzug der staatlichen Förderung wird das Konto mit 5999 Euro belastet.
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Elektromotorräder

Die Zukunft der Mobilität rollt auf zwei leisen Rädern heran

Seit der Coronakrise boomt der Zweiradmarkt. Ob Fahrrad, Elektrofahrrad oder Motorrad – die Zuwachszahlen liegen im zweistelligen Prozentbereich. Ein Bereich aber schlägt alle anderen: Elektromotorräder. Viele sehen in den umweltfreundlichen, flinken Motorrädern die Zukunft der stadtnahen Mobilität.

Man könnte die große Zahl an Verschwörungstheorien, die es rund um die Coronapandemie und den Ursprung des Virus' gibt, um eine weitere bereichern: Hinter der Krankheit steckt nicht Bill Gates und auch nicht die 5-G-Strahlung, sondern die Motorrad- und die Fahrradindustrie.
Denn wenn es einen großen Profiteur dieser Pandemie gibt, dann ist es der Zweiradsektor. Fahrräder sind so gut wie ausverkauft, Elektrofahrräder sind Mangelware und die Hersteller von Motorrädern finden gar nicht genug Mitarbeiter, um die nachgefragten Modelle bauen zu können.

Nur ein Zwischeneinwurf, bevor diese Theorie vielleicht von irgendwem aufgegriffen wird, man weiß ja nie: Wir glauben das natürlich nicht, das ist Ironie und genauso fantastisch wie die Vorstellung, dass ausgerechnet Bill Gates per Chip die Menschheit kontrolliert – jener Bill Gates also, der es nach Ansicht mancher entnervter Windows-User nicht einmal geschafft hat, ein ordentlich funktionierendes PC-Betriebssystem zu programmieren. Oder die Vorstellung, dass wir aufgrund der 5-G-Strahlen erkranken. Wo gibt es die denn? Viele Bob- und Drei-Kunden können sich schon glücklich schätzen, wenn sie rund um Wien eine 3-G-Verbindung haben (eine E-Verbindung ist in manchen Gegenden nicht unüblich).

Zurück zu den boomenden Motorrädern. Das oberösterreichische Unternehmen Pierer Mobility, zu dem unter anderem KTM gehört, hat seinen Absatz im ersten Halbjahr 2021 fast verdoppelt (im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020). Weltweit setzte das Unternehmen 176.045 Motorräder ab. In Europa legte Pierer Mobility um 76 Prozent zu, in Nordamerika gar um 160 Prozent.

Bei den Fahrrädern liegt das Absatzplus im Jahr 2020 bei 13 Prozent, 496.000 Stück haben sich in Österreich verkauft. Darunter waren 203.515 Elektrofahrräder, ein Anteil von 41 Prozent und eine Steigerung im Vergleich zu 2019 um fast 20 Prozent.
Der Grund für den Boom ist nicht nur das Plus an Freizeit während des Lockdowns, das die Menschen auf den Fahrrädern in die Natur getrieben hat, sondern auch die Sorge, sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln mit dem Coronavirus anzustecken.
Innerstädtisch kann man seine Mobilitätsbedürfnisse durch Leihelektroroller, die es mittlerweile von vielen verschiedenen Anbietern gibt und die seit einigen Jahren das Straßenbild prägen, befriedigen. Oder man nützt einen klassischen Tretroller, um schnell von A nach B zu kommen, wie das beispielsweise Kollege Oliver Pink macht (siehe unten stehenden Bericht).

Wer vom „Speckgürtel“ in die Stadt muss und nicht mit dem Auto pendeln kann (oder will), dem bleibt nur das Fahrrad oder das Motorrad. Aber was, wenn man nicht auf dem Fahrrad treten und schwitzen, aber dennoch umweltfreundlich unterwegs sein will? Dafür gibt es eine interessante Alternative, die immer beliebter wird: Elektrische Motorräder, die mittlerweile auch genug Reichweite zum Pendeln bieten und genügend Leistung, um nicht beispielsweise auf dem Gürtel in Wien zum Verkehrshindernis zu werden. Der Sektor boomt – in bescheidenen Dimensionen. Im ersten Halbjahr 2021 wurden laut Statistik Austria 501 Elektromotorräder verkauft, das ist ein Plus von fast 44 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 (349 Stück). Vor drei Jahren lag man gerade einmal bei einem Halbjahresabsatz von 169 Elektromotorrädern (damals war freilich die Technik schlechter). Umgelegt auf den Gesamtmarkt ist der Anteil gering: 2020 wurden in Österreich 32.204 Motorräder neu zum Verkehr zugelassen (ein Plus von 16,3 Prozent im Vergleich zu 2019).