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Pizzicato

Ein italienischer Sommer

Als wäre das Imperium Romanum auferstanden: Der Sommer 2021 wird den Italienern in kollektiver Erinnerung bleiben

Italien muss sich zu Ferragosto vorkommen, als wäre das Imperium Romanum auferstanden und als hätten sich die Nachfahren von Augustus zu den Herrschern Europas und der Welt aufgeschwungen, überhäuft mit Lorbeer, Gold und Trophäen. Citius, altius, fortius – schneller, höher und stärker als Amerikaner, Chinesen und Russen, als Engländer, Franzosen und Deutsche. Was kann da jetzt noch kommen in diesem italienischen Sommer?
Wenn der Präsident und sein handverlesener Premier, Sergio Mattarella und Mario Draghi, dieser Tage die „Götter des Olymps“ aus Tokio auf dem Quirinal in Rom empfangen, haben sie darin schon Routine. Erst neulich hielten sie Elogen auf Roberto Mancini und den Chor der Squadra Azzurra, denen allein für das Schmettern der Hymne ein Preis der Mailänder Scala gebührt hätte. Und was waren das für Bilder, als Hochspringer Gianmarco Tamberi, eingewickelt in die Tricolore, dem Sprinter Lamont Marcell Jacobs im Auslauf um den Hals fiel? Eine große Oper vor den Augen der Weltöffentlichkeit, an zwei Sonntagen innerhalb von drei Wochen.
Der Sommer 2021 wird den Italienern als Post-Corona-Sommer in kollektiver Erinnerung bleiben, als das Land seine Gladiatoren in die Welt hinausschickte, um es allen Auguren und Kassandras zu zeigen und in Glanz und Gloria zu schwelgen. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com