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Staubsaugerroboter

Genius 3.0: iRobot macht Roombas schlauer und zärtlicher

Mit dem Roomba j7+ hebt iRobot die Staubsaugerroboter auf eine neue Evolutionsstufe, wie CEO Colin Angle der „Presse“ erklärt. Das Hirn, Genius 3.0, wird per Update auf ältere Modelle nachgereicht.

Kein Unternehmen hat so viele Roboter verkauft wie der seit 30 Jahren im Feld der Heimstaubsaugerroboter tätige Hersteller iRobot. Mehr als 35 Millionen Staubsauger davon kämpfen sich durch Häuser und Wohnungen weltweit. Um sie sauberer zu machen und ihren Besitzern Arbeit abzunehmen. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz sollen sie jetzt noch schlauer werden und sich schnell an die Gegebenheiten vor Ort und an die Bedürfnisse und Gewohnheiten ihrer Besitzer anpassen können, wie Mitgründer Colin Angle gegenüber der "Presse" sagt.

"Besonders in Zeiten der weltweiten Lockdowns erlebten die Staubsaugerroboter eine besonders große Nachfrage", betont Angle. Menschen waren in der Pandemie viel mehr zuhause, es fiel mehr Schmutz an, aber die oftmals engagierten Reinigungskräfte und Putzhilfen konnten nicht kommen. Man holte sich Unterstützung in Form von Staubsaugerrobotern.

Die Erwartungen an solche Geräte sind dann entsprechend hoch, wie aus dem Freundes- und Familienkreis immer wieder zu hören ist. Die Enttäuschung dann umso größer, wenn das Günstig-Produkt diese nicht erfüllen kann. Die Auswahl ist mittlerweile sehr groß und die Anbieter aus Fernost drängen mit Billig-Geräten auf den Markt. "Am Ende gewinnt die Qualität", ist Angle überzeugt. Mit dem Genius 3.0 Update sollen die Roombas von nützlichen Tools zu "Partnern werden, die den Job machen". Und das so unauffällig wie möglich. Denn eines ist man sich bei iRobot bewusst: "Menschen haben wichtigere Dinge zu tun, als zu reinigen."

Ein Biest ist auch das Genius 3.0 Update, das so einiges an neuen Funktionen mit sich bringt, damit sich der Roboter noch besser in das Zuhause der Kunden integriert. Allen voran, wurde an der Bedienung geschraubt. "Wohnungsumgebungen und Lebensstile sind so unterschiedlich und in diese müssen sich unsere Roboter einfügen können", sagt Angle. Der Rollout von Genius 3.0 hat bereits begonnen. Ob ein Update bereits zur Verfügung steht, wird in der App angezeigt.

Kein Update ohne Nachfolger - Roomba wird zärtlicher

Wie die neue Software in Kombination mit Künstlicher Intelligenz und verbesserter Hardware die Bodenreinigung auf ein neues Level hebt, soll der Roomba j7+ unter Beweis stellen. (Das + steht bei iRobot für die zusätzlich erhältliche Absaugstation.) Der auch äußerlich überarbeitete Roboter soll „durch das Update der Home-App iRobot Genius 3.0, die Precision Vision Navigation und über direktes Feedback, das der Kunde dem System zurückspielt (wenn er möchte), wird der Roomba j7+ mit jedem Einsatz smarter“.

Mit dem neuen Design soll sich der Roboter auch besser in die Einrichtung einfügen.(c) iRobot

Aber auch ein wenig zärtlicher. Denn auch im „Presse"-Test zeigt sich einer der Vorgänger, der i3+ von seiner forschen Seite: Sesselleisten, Türsockel und Kastentüren werden in vollem Tempo angefahren. Und manchmal scheint's als wäre er von dem Widerstand noch nicht ganz so überzeugt. Die Einrichtungsgegenstände werden jetzt liebevoller behandelt. Bei Erkennen wird das Tempo gedrosselt und er tastet sich langsam heran. Zudem "merkt" sich der Roboter die Stellen.

Mithilfe der integrierten Kamera erkennt der Roomba jetzt im Weg liegende Gegenstände. Besonders auf Kabel und Hausschuhe wurde er trainiert. Mehr als 1000 Haushalte wurden untersucht und die Software speziell darauf trainiert. Statt sich einen Wickel mit den Kabeln zu liefern, weicht der Roboter künftig aus. Gewaltfreie Konfliktlösung in Reinform. Wenn das vorliegende Hindernis aber nicht erkannt wird, fragt der Roboter einfach nach in dem er ein Foto an die App schickt. Der Nutzer entscheidet dann, wie weiter verfahren wird.

Hundebesitzer und Staubsaugerroboter: In der Vergangenheit konnte das zu unliebsamen Überraschungen führen. Der "Poop"-Detektor soll derartige Überraschungen verhindern.(c) iRobot

Selbst auf ungewollte Hinterlassenschaften von Vierbeinern wurde die neueste Roboter-Generation trainiert. Und hierfür gibt iRobot ein "Poop"-Versprechen (Pet Owner Official Promise) an Haustierbesitzer den "Roomba j7+ kostenfrei umzutauschen, sollte er dennoch innerhalb des ersten Jahres (ab Kaufdatum) drüberfahren.

Wie der Roomba zur "helfenden Hand" wird

Ein Staubsaugerroboter muss, so der Anspruch vieler Kunden, seine Arbeit verrichten, ohne dabei zu einem störenden Hindernis zu werden. Egal ob akustisch oder raumeinnehmender Natur. Dafür gibt es die Möglichkeit, ihm Räume/Zonen beizubringen. Dafür muss die Programmierung so einfach wie möglich gestaltet, betont Angle.

Dabei geht es darum, dass der Roomba künftig erst dann mit der Reinigung beginnt, wenn man sein Zuhause verlässt. Aber nur dann, wenn das damit gekoppelte Smartphone sich aus dem vorher festgelegten Radius mitsamt seinem Besitzer entfernt. Wobei auch Zeiten angegeben werden können, in denen Ruhe herrschen soll.

Der Roomba richtet sich jetzt mehr nach den individuellen Bedürfnissen der Nutzer.(c) iRobot

Nicht immer ist die komplette Reinigung notwendig. Vor allem in der Küche und im Esszimmer wird man häufiger saugen als vielleicht im Büro oder Gästezimmer. Künftig wird der Roomba j7+ nicht voller Lautstärke und saugend sich auf den Weg machen, sondern erst an seiner bestellten Wirkungsstätte beginnen und sich also lautlos auf den Weg machen.

Grundlegend verfolgt der Roomba j7+ eine völlig umgekehrte Strategie: Er richtet sich nach den Wünschen und Vorlieben seiner Nutzer.

"Sprich zu mir"

Generell gibt es ja schon Tendenzen die Roboter-Helfer zu vermenschlichen. Von Namen wie "Wall E", "Helene Wischer", "Flunder", "Arielle die Kehrjungfrau" bis hin zu den Klassikern wie "Robbie", "Staubi" und Saugi". Das geht sogar so weit, dass Roboter dekoriert werden, oder ihnen Augen aufgeklebt werden. Selbst Colin Angle hat seine sechs Roboter zuhause getauft. Unter anderem "Beauty" und "Biest". Und ganz ungewollt ist die Vermenschlichung wohl generell bei iRobot nicht. Immerhin hat jeder Roomba sobald er ist, nicht ein Installations-Datum, sondern einen Geburtstag.

Die Roombas sind generell eher von der angenehm schweigsamen Natur. Ihre Kommunikation beschränkt sich auf das Wesentliche. Selbst bei Hindernissen schreit der Roboter nicht auf. Wer aber gerne ein bisschen das Gefühl hat, mit ihm zu sprechen, kann das über vorhandene smarte Assistenten wie Alexa oder Google Assistant. Das gilt auch für den neuen Roomba j7+, der ab dem 10. September bei Media Markt erhältlich sein wird und ab Oktober im ausgewählten Fachhandel, wie auch direkt bei iRobot selbst. iRobot ruft bei seinem neuesten Modell inklusive Absaugstation (+) eine unverbindliche Preisempfehlung von knapp 1000 Euro auf.

>>>irobot.at