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Skispringen

Drei junge Wiener schreiben Skisprung-Geschichte

Louis Obersteiner landete gleich zweimal auf dem Podest.Stadtadler
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Beim Austria Cup sprang niemand weiter als die beiden Wiener Stadtadlerinnen Sara Pokorny (13) und Meghann Wadsak (14). Zur selben Zeit stand mit Louis Obersteiner (17) ein Wiener auf dem Stockerl des wichtigsten internationalen Nachwuchs-Skisprungbewerbs, dem Alpencup.

Historische Premiere im österreichischen Skisprungzirkus: Noch nie haben zwei Athletinnen oder Athleten aus Wien einen Doppelsieg in der höchsten nationalen Nachwuchs-Bewerbsserie eingefahren. Beim Austria Cup im oberösterreichischen Höhnhart sprang niemand weiter als die beiden Stadtadlerinnen Sara Pokorny (13) aus Wien-Meidling und Meghann Wadsak (14) aus Wien-Innere Stadt. Zur selben Zeit stand zum ersten Mal in der Geschichte der Stadtadler ein Wiener auf dem Stockerl des wichtigsten internationalen Nachwuchs-Skisprungbewerbs: Beim Alpencup im tschechischen Liberec landete Louis Obersteiner (17) aus Wien-Donaustadt gleich zwei Mal hintereinander am Podest.

„Als wir in Liberec angekommen sind, hab' ich gleich nach den ersten Trainingssprüngen gespürt, dass da was geht. Erhofft hab' ich mir die Top 30, damit ich Punkte mache, geträumt hab' ich von den Top ten. Mit zwei Stockerlplätzen bin ich natürlich extrem happy", sagt Obersteiner. Im ersten Durchgang des ersten Bewerbs überflog er auch gleich die 100-Meter-Marke klar. Mit 103,0 Metern lag er in der Pause sogar in Führung. Im zweiten Durchgang bedeuteten die 96,0 Meter immer noch die zweithöchste Weite und im ersten Bewerb Platz zwei zum Liberec-Einstand.

Auch am zweiten Bewerbstag gelangen ihm noch einmal 103,0 Meter. Gemeinsam mit einem weiteren Sprung auf 100,5 Metern stand am Ende noch einmal ein Stockerlplatz, diesmal Rang drei. Auch sonst hat Österreichs Skisprungnachwuchs beim Alpencup in Liberec aufgezeigt. Mit Maximilian Ortner (19) vom SV Villach, der an beiden Tagen den Sieg holte, und Andre Fussenegger (18) vom SV Dornbirn, der einmal Dritter und einmal Zweiter wurde, hielten die jungen Österreicher die anderen Nationen im Nachwuchs-Skispringen auf Distanz.

„Louis hat momentan einen tollen Lauf. Nicht nur, dass er 50 der besten Nachwuchs-Skispringer aus anderen Nationen hinter sich gelassen hat. Auf dem Podest ist er sogar der Jüngste. Wir gratulieren ihm sehr zur großartigen Arbeit an seinen Sprüngen", sagt Bernhard Wadsak, sportlicher Leiter der Stadtadler.

Doppelsieg für Wiener Stadtadler

Auf nationaler Ebene überstrahlen im Skisprung-Nachwuchs gerade zwei junge Wienerinnen alles. Zum ersten Mal holten Sara Pokorny und Meghann Wadsak sogar einen Doppelsieg nach Wien. „Meine Aufregung war nach dem ersten Sprung sofort verflogen und ich bin total ruhig geworden. Dadurch, glaube ich, ist mir der zweite Sprung noch besser gelungen als erwartet. Ich bin natürlich zufrieden, dass es sich gelohnt hat, im Sommer zu jedem Training zu fahren und weiterzuarbeiten, auch wenn einmal Sprünge im Training nicht so gut waren", sagt Pokorny. Die 13-jährige Stadtadlerin durchbrach als einzige Starterin die 50-Meter-Marke und holte sich den ersten Austria-Cup-Sieg ihrer jungen Skisprungkarriere. Im ersten Durchgang landete sie 51,5 Meter, im zweiten legte sie noch einmal einen weiteren Meter drauf und holte mit 52,5 Metern die Tageshöchstweite aller Mädchen und Burschen.

Fabian Plank (v. li.), Sara Pokorny und Meghann Wadsak.Stadtadler

Direkt hinter ihr landete mit Meghann Wadsak eine weitere junge Wienerin. Die 14-jährige Innenstädterin sprang nahezu ohne Vorbereitung - sie war zuvor mehrere Wochen in den USA - auf 49,5 und 47,0 Meter und fixierte damit den ersten Wiener Doppelsieg im Nachwuchs-Skispringen seit Menschengedenken.

Auch bei den jungen Burschen im Team von Christian Moser stand ein Wiener auf dem Stockerl: Fabian Plank, 13-jähriger Stadtadler aus Wien-Wieden, holte sich mit 51,5 Metern sogar die Höchstweite in seiner Leistungsklasse und kämpfte sich damit von Platz sechs mit 49 Metern noch auf Platz zwei vor. „Ich bin mit keinem guten Gefühl nach Höhnhart gefahren, weil es im Vorbereitungstraining gar nicht rund gelaufen ist. Aber dann habe ich im ersten Durchgang gemerkt, dass es doch gut geht und dann waren das Glück und der Wind auf meiner Seite", sagt er.

Mit Thomas Benedik (13) aus Wien-Floridsdorf ist noch ein weiterer Stadtadler weit vorne in der umkämpftesten Leistungsklasse Schüler II. Mit zwei Sprüngen auf 49,0 Meter und Platz elf war er so nahe wie noch nie in seiner Skispringer-Laufbahn an den Top Ten. 

Und auch die Wiener Austria-Cup-Debütanten haben starke Sprünge gezeigt: Simon Kleineidam (11) aus Wien-Landstraße sprang zweimal auf 37,5 Meter und holte Platz 25 in seiner Leistungsklasse Schüler I. Und Veit Scheed, 13-jähriger Stadtadler aus dem niederösterreichischen Mauerbach, landete bei 40,0 und 39,5 Metern und holte bei seinem ersten Austria Cup Platz 36 in der Schüler II-Klasse.

Viel Potenzial, keine Schanze

„Die akribische Arbeit von all unseren Athletinnen und Athleten und unserem Trainerteam hat sich gleich zum Austria-Cup-Saisonauftakt bezahlt gemacht. Dass zum ersten Mal in der Geschichte zwei Wienerinnen einen Austria-Cup-Doppelsieg einfahren, zeigt, wie viel athletisches Potential im Skispringen auch in der Bundeshauptstadt vorhanden ist", sagt Bernhard Wadsak. Und erinnert die Stadt Wien daran, wie viel der Bau einer Nachwuchs-Trainingsschanze im ganzjährigen Sommerbetrieb in Wien bewirken könnte.

(red.)