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Pizzicato

Tschau mit Au

Wie ist das nun mit dem Zusammenhang zwischen inneren und äußeren Befindlichkeiten, zwischen der Stimmungs- und Seelenlage und den Witterungsverhältnissen?

Bilden der Novembernebel und die Grauschleier die aktuelle Coronalage ab? Trägt der Himmel Trauer über die mauen Resultate der Klimakonferenz im mausgrauen Glasgow? Wer sich verlieren will in einer Novemberdepression, einer tiefen Melancholie und im Weltschmerz, wäre momentan wohl in Venedig gut aufgehoben.

Für alle anderen gilt es, sich für einen Winter des Missvergnügens zu wappnen – und eine Murmeltierphase, die vermutlich erst mit dem Osterhasen enden wird. Wie so oft gab Markus Söder, der Metaphernkönig aus München, die Devise vor: „Wir stolpern mit kurzen Hosen und Sommerreifen in den eiskalten Winter.“ Nicht dass die Bayern noch in Lederhosen die Christkindlmärkte stürmen und in „glatzerten“ Pneus über Tiroler Alpenstraßen kurven.

Einen Trost halten indessen die Wiener Impfstraßen bereit. „Tschau mit Au“, wünscht die Stadt nach dem unmerklichen Stups der Auffrischungsimpfung – und wenigstens nicht „Tschö mit Ö“, was für „Ösis“ indes passend wäre, oder „Tschüss mit Ü“ oder gar „Tschüssikowski“. Würde Wien den Humor verlieren, wäre die Lage wahrlich todernst, alles beim Teufel und hin. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.11.2021)