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Atmos-Soundbar

Schrittweise in neue Klangräume

Die Loewe klang bar 5 mr ist optisch wie akustisch gefällig, nimmt aber gewissen Raum ein.
Die Loewe klang bar 5 mr ist optisch wie akustisch gefällig, nimmt aber gewissen Raum ein.Loewe
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Traditionshersteller Loewe nimmt einen neuen Anlauf. Unter anderem sollen neue Lautsprecher und eine Atmos-Soundbar mit alten Tugenden neue Kundenschichten ansprechen.

Nach Insolvenzen und abgesprungenen Partnern soll Loewe mit Hilfe des zypriotischen Investors Skytec seine lange Tradition fortsetzen. Unter den neuen Produkten finden sich neben Fernsehern auch Soundbars und Bluetooth-Speaker. Die im Herbst vorgestellte klang bar5 mr soll mit 1350 Euro gehobene Ansprüche erfüllen – was die Unterstützung von Dolby Atmos einschießt. Mit einer Länge von 1,20 Metern ist sie nicht zu verstecken, mit flacher Form und grauem Stoffbezug fügt sie sich aber relativ unauffällig in die meisten Wohnzimmer. Der mitgelieferte, runde Subwoofer könnte auch als kleiner Hocker durchgehen – ob er das auch aushielte, wurde nicht getestet. Insgesamt ist die Optik gefällig, dass die klang bar5 gleich zwei Design-Awards verbuchen konnte, sagt aber mehr über die Kreativität im Soundbar-Design aus als über das Produkt.

Bezüglich Klang scheint man tatsächlich einiges vom ehemaligen Loewe-Know-how in das neue Unternehmen hinübergerettet – oder zugekauft – zu haben. Der Ton ist sehr sauber und kräftig. Der regelbare Subwoofer verrichtet seine Arbeit dezent, aber effektiv. Fans von Action-Blockbustern könnten sich noch einen Tick mehr Wumms wünschen, für Normalverbraucher sind Volumen und Dynamik aber mehr als ausreichend. Ein Plus ist der stimmige Gesamtklang. Die Loewe klang bar5 macht sogar bei Musik eine gute Figur, was man nicht von jeder Soundbar behaupten kann. Die Breite der virtuellen Bühne ist beeindruckend. Die teilweise nach oben gerichteten Lautsprecher erweitern den Klangraum und machen das Geschehen luftiger. Hinter den Zuseher gelangen – Reflexionen hin oder her - im Test allerdings kaum nennenswerte Anteile.

Wer auf echten Surround-Sound Wert legt, kann die Loewe-Soundbar mit hauseigenen Drahtlos-Boxen kombinieren, die ebenfalls im Herbst präsentiert wurden. Schon die kleinsten der Serie, Klang mr1 (a 300 Euro), liefern ansehnliche Pegel. Klanglich sind sie eher grobmotorisch unterwegs und neigen bei hoher Lautstärke zum Dröhnen. Die größeren Klang mr5 haben hier mehr Reserven. Als Surround-Rücklautsprecher reichen kleine.

Raumklang mit Unterstützung.Nach dem Pairing hat man ein vollwertiges Heimkino-System, das Mittendrin- statt nur Dabei-Feeling vermittelt. Punktgenaue Ortbarkeit sollte man sich allerdings nicht erwarten. Dazu wäre wohl ein Einmess-System notwendig, das – speziell in der Preisklasse – abgeht. Nur die relative Lautstärke von Front- und Rücklautsprecher ist justierbar. Die flache Fernbedienung ist elegant, aber etwas fragil und die Tasten sind im Dunkeln schwer zu identifizieren. Tipp: Für TV-Sticks ein Netzteil nutzen, der USB der klang bar liefert zu wenig Strom.

Ein Clou des neuen Loewe-Portfolios: Die Drahtlos-Lautsprecher – die leider keine Akkus besitzen – können nicht nur im Heimkino-Setting, sondern auch zu einem Multiroom-System im Rahmen der von mehreren Herstellern genutzten PlayFi-Plattform kombiniert werden. Dass der Wechsel zwischen Heimkino und Multiroom nicht ganz nahtlos ist, trübt die Freude, die Flexibilität und modulare Erweiterbarkeit ist dennoch ein Pluspunkt des Loewe-Konzepts. Damit rechtfertigt sich auch der Preis, der inklusive Rück-Lautsprechern mit rund 2000 Euro auf Höhe der Sennheiser Ambeo liegt, die bezüglich Atmos-Soundbars die Referenz bleibt – aber auf diese Rolle beschränkt ist, während die Loewe-Komponenten vielseitiger einsetzbar sind beziehungsweise die klang bar5 für sich doch deutlich billiger ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2022)