Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Firmencredo

"Metamate": Zuckerberg macht Facebook-Mitarbeiter zu Kumpel

FILE PHOTO: Facebook Founder and CEO, Zuckerberg exits the stage in San Jose
REUTERS
  • Drucken

Die Überarbeitung der Firmenwerte teilte Mark Zuckerberg nicht nur mit seinen Mitarbeitern, sondern direkt auf Facebook mit der ganzen Welt. Ein weiterer Schritt in Richtung „Metaverse“.

Inwieweit die knapp 72.000 Mitarbeiter davon begeistert sind, künftig als „Metamates“ bezeichnet zu werden, darüber schweigt sich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg aus. In seinem Memo, das er auch direkt auf Facebook teilte, geht es nicht nur um den neuen Jobtitel. Vielmehr dreht es sich um die aktualiserten Firmenwerte:  Schnelles Handeln als Gemeinschaft, langfristiges Denken und Respekt gegenüber den Kolleginnen und Kollegen.

Im kollektiv nutzbaren virtuellen "Metaversum" sieht Zuckerberg die Zukunft des Konzerns. "Während wir das nächste Kapitel unseres Unternehmens als Meta aufbauen, haben wir gerade die Werte aktualisiert, die unsere Arbeit leiten", schreibt Zuckerberg. Facebook habe seine Unternehmenswerte zuletzt im Jahr 2007 festgeschrieben, erinnerte er.

Vom "Move fast and break things"-Credo (deutsch etwa: Bewege dich schnell und mache Dinge kaputt) hebt Zuckerberg die Botschaft "Moving fast Together" hervor. Gelten soll, gemeinsam als Team Innovation zu schaffen - "in eine Richtung als Unternehmen, nicht nur als Individuen".

Apropos Individuen: Zuckerberg gibt damit auch eine neue Linie innerhalb des Unternehmens direkt vor. Es soll einen direkten, aber respektvollen Umgang untereinander geben und die "Metamates" (deutsch: Meta-Kumpel) müssten überdies "gute Verwalter unseres Unternehmens und unserer Mission" sein. "Es geht darum, sich um unser Unternehmen und umeinander zu kümmern." Die genannten Werte forderten dabei auch, sich auf Langfristigkeit zu fokussieren und "großartige Dinge" zu erschaffen.

Ablenkung von bestehenden Problemen?

Der Konzern, zu dem unter anderem das Online-Netzwerk Facebook und die Dienste Whatsapp und Instagram gehören, hatte sich im vergangenen Oktober in Meta umbenannt. Zuckerberg erklärte damals, mit der Umbenennung solle die Schöpfung eines sogenannten Metaversums in den Vordergrund gestellt werden. Einen solchen Raum hält der Konzern, der sein Geld vor allem mit dem Verkauf möglichst maßgeschneiderter Werbebotschaften an seine Nutzer verdient, für die nächste Entwicklungsstufe der Vernetzung.

Parallel zur Umbenennung war der Onlineriese zuletzt verstärkt in die Kritik geraten, vor allem nach den Enthüllungen der ehemaligen Facebook-Mitarbeiterin und Whistleblowerin Frances Haugen, die Facebook vorwirft, Profitinteressen über die Sicherheit seiner Nutzer und das Gemeinwohl zu stellen. Das Unternehmen weist das entschieden zurück.

Die Ankündigung der überarbeiteten Unternehmenswerte sorgte in den Online-Netzwerken am Dienstag denn auch teils für Kritik. Es solle versucht werden, von den Problemen bei Facebook abzulenken, lautete einer der Vorwürfe. "Facebook muss den Schaden erkennen, den sie heute anrichten", schrieb Whistleblowerin Haugen bei Twitter.

(bagre/APA)