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Pizzicato

Goldhelm und Goldhamster

Unter Radfahrern tauchte der Goldhelm vor einigen Jahren als stylishes Accessoire auf. Unter dem Motto: Ich gebe nicht nur etwas auf meine Sicherheit, ich bin auch eine Fashionista: cool, selbstironisch, glänzend und somit weithin sichtbar.

Nebenbei zeigten sich die City-Bikerinnen als Kennerinnen der Kunstgeschichte – mit Verweis auf das Gemälde „Der Goldhelm“ aus der Werkstatt des niederländischen Meisters Rembrandt. Und sind die Niederländer nicht die Erfinder des hippen Großstadtradelns?

Bei Olympia erlebte der Goldhelm ein großes Revival. Ob Skifahrerinnen oder Skispringer – viele waren mit der Signalfarbe am Start und manche im Ziel dann auch vorn. Snowboarder Benjamin Karl hat sich mit viel Gold seit Monaten auf Olympia eingestimmt, selbst sein Auto ließ er goldfarben lackieren. Seine Operation Gold führte zur finalen Krönung. Dass nicht alle Goldhelme einen Platz an der Sonne eroberten, liegt in der Natur der Sache. Silber- und Bronzehelme waren in Peking indes nicht angesagt.

Die Niederländer selbst, die Könige und Königinnen des Eisschnelllaufs, führen im Eisoval ohnehin lediglich eine Kapuze vor. Und auch die Norweger, unter allen Nationen die größten Goldhamster in China, geben sich auf den Loipen – ihrem natürlichen Terrain – schlicht und bescheiden in einer Pudelhaube. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2022)