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Quergeschrieben

„Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben“

In der Sache hat Joseph Biden recht. Aber welche Absicht steckt dahinter, wenn ein US-amerikanischer Präsident Wladimir Putin einmal die Wahrheit sagt?

Mitten in der gefährlichsten internationalen Krise, seit die Sowjetunion 1962 Mittelstreckenraketen auf Kuba stationierte, bietet die Führung der amerikanischen Supermacht ein widersprüchliches Bild. Nachdem Joseph Biden in Warschau die Hoffnung auf einen Regimewechsel in Russland ausgedrückt hatte, sah sich sein Außenminister veranlasst, sich öffentlich zu distanzieren und Bidens Äußerung umzudeuten. Trump hatte engste Mitarbeiter schon aus weit geringfügigeren Gründen gefeuert, und wie Wladimir Putin auf eine Kritik seines Außenministers reagieren würde, kann man sich vorstellen. Biden aber nahm es hin.

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Am Ende seiner Rede war dem Präsidenten ein Satz entschlüpft, der in den USA wie in Europa heftige Reaktionen auslöste. Er lautete: „Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben.“ Eigentlich sollte das niemanden überraschen, denn Biden hatte Putin bereits als „Killer“, „Schlächter“ und „Kriegsverbrecher“ bezeichnet. Mit seiner Meinung dürfte er auch nicht allein sein, sofern man von jenen absieht, die Putin so gut verstehen, dass sie die Amerikaner für alles Übel auf der Welt verantwortlich machen. Nur gilt für Biden halt: „Quod licet bovi, non licet Iovi.“ Er muss auf eventuelle Folgen seiner Aussagen auch dann Bedacht nehmen, wenn sie der Wahrheit entsprechen.