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Sport-Club

Als Ai Weiwei mich am Ohr kitzelte

Free-ear-Kopfhörer: Aeropex von Aftershokz
Free-ear-Kopfhörer: Aeropex von AftershokzPhilipp Kommenda
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Free-ear-Kopfhörer bewähren sich beim Radeln zu Musik oder Podcasts. Sie haben nur einen, kleinen Makel.

Es passierte ausgerechnet beim Nachhören eines „Presse“-Podcasts. Als ich neulich das Making of der 13. Jubiläumsausgabe der „Presse am Sonntag“ – ja, die wunderbare Nummer mit Gastchefredakteur Ai Weiwei – auf dem Handy angeklickt hatte, merkte ich zum ersten Mal: Meine Kopfhörer kitzelten am Ohr, je lauter sie tönten, desto stärker. Seither bin ich sensibilisiert auf das seltsame Gefühl, als würden sich winzige Stromschläge am Schläfenbein entladen. Das ist aber auch schon der einzige, kleine Makel der Kopfhörer (Aeropex von Aftershokz). Davon abgesehen habe ich eine gute Möglichkeit gefunden, lange – und zuweilen auch langweilige – Fahrten bergauf kurzweiliger zu gestalten.

Die Kopfhörer eignen sich auch als kabelloses Headset
Die Kopfhörer eignen sich auch als kabelloses HeadsetBenedikt Kommenda

Was ich dazu manchmal verwende, ist weder im Ohr noch darüber, sondern vor dem Ohr, eben dort, wo das Schläfenbein verläuft. Der Fachausdruck kann davon eigentlich nur abschrecken: Knochenschallhörer. Autsch! Gefühlt nicht weit vom Implantat entfernt. Wie viel feiner klingt da die englische Bezeichnung, statt „in“ oder „over“ einfach „free ear“. Damit ist auch am besten der größte Vorzug dieser Kopfhörer benannt: Das Ohr bleibt frei, der Klang von Musik oder Sprache begleitet einen angenehm wie ein zusätzliches Geräusch im Raum.

Man kann also zugleich die Umwelt akustisch wahrnehmen, was gerade beim Radfahren auf der Straße lebensrettend sein kann. Aber auch im Wald höre ich gerne Vögel zwitschern oder Äste knistern. Und: Defekte am Rad machen sich oft als erstes akustisch bemerkbar. Z. B. eine gerissene Speiche, wo es heißt: schnell stehenbleiben, und zwar kontrolliert. Im Übrigen habe ich vor meinen – natürlich kabellosen – Free-ear-Exemplaren noch keine Kopfhörer gefunden, die konstant richtig saßen. Apropos konstant: Das Kitzeln scheint sich im Lauf des Tragens zu geben, vielleicht dank der Gewöhnung.

E-Mails an: benedikt.kommenda@diepresse.com